Editorial MIZ 1/18

Voll verschleiert oder besser getrennt?

Frank Welker

Es war 2012 der glücklose CDU-Bundespräsident Christian Wulff, der in Reaktion auf das Erscheinen von Thilo Sarrazins Buch Deutschland schafft sich ab Folgendes ausführte: „Das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das ist unsere christlich-jüdische Geschichte. Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.“ Aus einer säkularen Sicht war dies damals schon eine falsche Antwort auf eine ebenso falsche Frage. Denn warum sollte der private Glaube Teil eines Staatsgebildes sein? Es zeichnet einen modernen und offenen Staat ja gerade aus, dass Religion und Staat getrennt sind.

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Staat und Kirche MIZ 1/18

Das Berliner Neutralitätsgesetz – Symbol der Aufklärung

Naïla Chikhi

Das Neutralitätsgesetz ist zukunftsweisend für Europa und die Welt, zumindest haben ich und viele andere das immer so empfunden. In ihm kristallisieren sich sozusagen die langen und mühsamen Kämpfe vieler in allen Kulturen zu findenden VorstreiterInnen der Aufklärung, der Menschenrechte und des Säkularismus. Ohne deren Errungenschaften hätte ich heute als deutsche Frau, algerischer Wurzeln und muslimischer Erziehung, nie ein solch freies und selbstverantwortliches Leben in Europa aufbauen können.

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Prisma MIZ 3/15

Reform des Islamischen Rechts?
Bericht über eine internationale Tagung in Tübingen

Assia Maria Harwazinski

Die Reform des Islamischen Rechts ist ein kontroverses Thema. In islamisch geprägten Staaten zielen Bemühungen darauf ab, das Islamische Recht an moderne Nationalstaaten anzupassen, während sich die Debatten im Westen mehrheitlich auf die (behauptete) Verträglichkeit des Islamischen Rechts mit europäischen Verfas­sungen und den Menschenrechten konzentrieren. Im Oktober fand zu dem Thema am Zentrum für Islamische Theologie an der Universität Tübingen eine Internationale Tagung statt.

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Schwerpunktthema MIZ 2/14

Gehört der Islam zu Deutschland?
Kalifenkultur, Klosterkultur und die Frage nach 
Europas Wurzeln

Rolf Bergmeier

Eine Mehrheit führender Politiker und deutscher Historiker meint, Europas Kultur sei vor allem eine christliche. Sie sei durch das emsige Schaffen von Mönchen geprägt worden und hätte es die Klöster nicht gegeben, dann wäre es um Europa schlecht bestellt. Nun kann nicht geleugnet werden, dass Europas Kultur vom Christentum geprägt worden ist. Aber das bedeutet nicht, dass diese Religion das Fundament europäischer Kultur bildet. Denn Europa wächst aus vielen Quellen auf. Die ergiebigste ist dabei die griechisch-römische, genannt „antike“. Sie bildet den Grundstock unserer Kultur.

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