Porträt Nicole Thies
Editorial MIZ 3/16

„Macht wird eben niemals freiwillig abgegeben“

Nicole Thies

Dieses Heft greift ein Thema auf, das in den letzten Jahren immer wieder in den Fokus geriet: Gender. Die Feuilletons jedweder Zeitungen – egal welcher Couleur – und die sozialen Medien sind zu Schlachtfeldern der erbitterten Fürsprecher_innen und Gegner_innen geworden. Die Angriffe betreffen das Thema Gender als Konzept, Gleichstellungsforschung, Gleichstellungspolitik oder Gleichstellungs­strategien.

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Schwerpunktthema MIZ 3/16

Organisierter Antifeminismus
Zur Kategorisierung antifeministischer Organisationen 
und Argumentationen

Andreas Kemper

Der Antifeminismus ist so alt wie der Feminismus, doch die ideologische Grundstruktur des Antifeminismus hat sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt. Wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis weit in die 1970er Jahre hinein versucht, den Feminismus abzuwehren, indem offen patriarchal die vermeintliche Legitimation der Vorrangstellung des Mannes vor der Frau verteidigt wurde, hat eine solche Argumentationsfigur seit 1968 deutlich schlechtere Aussichten auf Erfolg. Wir haben es heute mit einer opferideologischen Argumentation zu tun, die feministische Positionen in die Täter*innenrolle drängt. Dieser argumentative Rückzug hat allerdings auch eine Konsequenz hinsichtlich der Frage, wer nun eigentlich das vermeintliche Opfer des Feminismus sein soll.

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Schwerpunktthema MIZ 3/16

Gendermainstreaming im Land des „Genderstellungsweltmeisters“ Schweden
oder: Was hat Gender Mainstreaming mit Gleichstellung zu tun?

Brigitte Stepanek

Vor mehr als 20 Jahren wurde Schweden von der UNO zum Weltmeister in Sachen Gleichstellung ernannt. Damals wie heute wird in der öffentlichen Debatte des Landes mit den erreichten Ergebnissen wesentlich kritischer umgegangen. So schrieb die auflagenstärkste liberale Tageszeitung Dagens Nyheter am 8. März 2015: „Auch wenn Schweden bei vielen internationalen Rankings gut dasteht, bedeutet das nicht, dass in Schweden Gleichstellung herrscht; das kann eher in Beziehung zur mangelhaften Entwicklung in vielen anderen Ländern gesehen werden.“

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Starre Bilder von Weiblichkeit und Männlichkeit 
hinterfragen
Schwerpunktthema MIZ 2/16

Aktionsfeld Kita und Schule
Gedanken zur Debatte um Vielfalt vs. Frühsexualisierung

Elke Prinz

Eine zunehmend breite Bewegung kämpft dafür: Die umfassende Akzeptanz der Vielfalt sexueller Identitäten. Im Alltagsleben – und vor allem im Sexualkundeunterricht, wo den Schülerinnen und Schülern verschiedene Konstruktionen und Dimensionen von Geschlecht vermittelt werden sollen. Mit Hilfe neuer Unterrichtsmaterialien, an denen neben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vielfach auch der Lesben- und Schwulenverband Deutschlands (LSVD) mitgearbeitet hat, soll der offene Umgang mit sexueller Orientierung und das Hinterfragen üblicher gesellschaftlicher Normen der Zweigeschlechtlichkeit angeregt werden.

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