Prisma MIZ 1/19

Neue Rechte, alte Zwänge

Alia Ahmad

„Hier in Deutschland sind Frauenrechte Realität und nicht wie bei uns bloß hohle Phrasen.“ Das sagt sie, ganz selbstbewusst, nachdem sie erfahren hat, dass ich im Bereich der Frauen- und Kinderrechte arbeite. Wir sitzen im Zug, eine Gruppe syrischer Frauen, die sich zufällig gebildet hat. Ich stimme der jungen Frau zu und die Sozialwissenschaftlerin in mir ist sofort interessiert. „Welche neuen Rechte hast du als Frau dazugewonnen und wie wird dein Leben dadurch positiv beeinflusst?“ Ihre Antwort schockiert mich: „Gar keine …

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Schwerpunktthema MIZ 3/18

Der Kampf um den weiblichen Unterleib

Daniela Wakonigg

Bis heute ist es in Deutschland weder legal abzutreiben noch über Schwangerschaftsabbrüche zu informieren. Beides ist lediglich unter bestimmten Bedingungen straffrei. Hinter diesen Regelungen steckt ein Frauenbild, das den Kampf von Frauen um ihre Autonomie von Anfang an begleitet hat und das heute durch das Erstarken rechtsklerikaler Kreise neuen Aufwind erhält.

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Schwerpunktthema MIZ 3/17

„Mein Bauch gehört mir“ – 
oder wem sonst?

Gisela Notz

Das Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper war eine der zentralen Forderungen der Frauenbewegungen der 1970er Jahre. Heute wird Selbstbestimmung oft eingefordert, ohne nach der sozialen Bedingtheit der Wünsche zu fragen. In einer auf Zwängen, Ungerechtigkeiten und Konkurrenz beruhenden Gesellschaft kann es keine wirklich freien Entscheidungen geben. Beispiele sind die weitverbreitete und schon zum Standard gewordene Anwendung von Pränataldiagnostik (PND) und die mit Wirkung vom 8. Dezember 2011 erfolgte Legalisierung der Präimplantationsdiagnostik (PID).

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Schwerpunktthema MIZ 1/18

Terre des Femmes: Argumente zur Debatte um die Vollverschleierung

Redaktion MIZ

Terre des Femmes ist eine Frauenrechtsorganisation mit feministischem Leitbild. Sie setzt sich für eine Verbesserung der Lebens­situation von Frauen ein. Dabei gerät auch Religion als eine Ursache der Benachteiligung oder Unterdrückung von Frauen immer wieder in den Blick, ob es nun um Genitalverstümmelung oder Ehrverbrechen geht. Im Folgenden dokumentieren wir auszugsweise die derzeit kontrovers diskutierte Argumentations­hilfe zum Thema Vollverschleierung.

Warum dieses Papier?

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Staat und Kirche MIZ 1/18

Das Berliner Neutralitätsgesetz – Symbol der Aufklärung

Naïla Chikhi

Das Neutralitätsgesetz ist zukunftsweisend für Europa und die Welt, zumindest haben ich und viele andere das immer so empfunden. In ihm kristallisieren sich sozusagen die langen und mühsamen Kämpfe vieler in allen Kulturen zu findenden VorstreiterInnen der Aufklärung, der Menschenrechte und des Säkularismus. Ohne deren Errungenschaften hätte ich heute als deutsche Frau, algerischer Wurzeln und muslimischer Erziehung, nie ein solch freies und selbstverantwortliches Leben in Europa aufbauen können.

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Schwerpunktthema MIZ 1/16

Frauen, Flucht, Emanzipation?

Arzu Toker

Im Rahmen der Flüchtlingsdebatten wird diskutiert, ob Flucht für Frauen nicht auch ein Tor zur Emanzipation öffnen kann. Emanzi­pation ist keine Pflanze, die nur in bestimmten Breitengraden wächst. Es gibt auch reichlich gebildete, emanzipierte syrische Frauen. Doch die Frauen, die schon in Syrien nichts mit Emanzi­pation gemein hatten, werden durch die Flucht und ungewollte Begegnung mit einer neuen Gesellschaft damit konfrontiert, herausgefordert.

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Prisma MIZ 4/15

„Wir müssen lernen den Frauen zu vertrauen“
Ein Gespräch mit Sarah Diehl zu den Themen Schwangerschaftsabbruch und Mutterbild

Sarah Diehl

Sarah Diehl engagiert sich seit Jahren für eines der zentralen Frauenrechtsthemen: das Recht auf Schwangerschaftsabbruch. Dabei geht es ihr um den ‘sicheren’ Zugang: dass Frauen körperlich unversehrt einen Schwangerschaftsabbruch durchführen können – was deutlich wahrscheinlicher wird, wenn der Eingriff bzw. die Medikamenteneinnahme legal sind. Ihr ist die Entkriminalisierung ebenso wichtig wie die Entstigmatisierung innerhalb der Gesell­schaft.

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Kettensäge-Aktion in Kiew, Foto: femen.org
Schwerpunktthema MIZ 1/14

Die Frauenbewegung zu Kreuze getragen…?
Über femen und ihre Aktionsformen als Teil des 
sogenannten Postfeminismus

Nicole Thies

Für einen Teil der Frauenbewegung zählt Religionskritik zu ihren
Grundpfeilern. Die Frauenbewegung gibt es jedoch nicht. Und
soziale wie politische Aktivist_innen, Bewegungen und Organisa­tionen, die für Frauenrechte und frauenpolitische Themen streiten
und kämpfen, sind nur zum Teil explizit und radikal religions­kritisch. Gemein ist dennoch vielen die Einschätzung und Begrün­dung, dass Religionen – insbesondere die monotheistischen – die patriarchal herrschaftliche Unterdrückung von Frauen festigen und gesellschaftliche Geschlechtsunterschiede manifestieren. Seit 2008 gehört die Gruppe femen zum Aktionist_innenkreis – eine Bewegung, die sich dezidiert religionskritisch positioniert, eine Gruppe, die zuletzt ebenso viel Medieninteresse auf sich zog wie Kritik – nicht nur aus antifeministischen Kreisen.

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Josephine Witt
Schwerpunktthema MIZ 1/14

„Wir nutzen den Boulevard und 
wir erzielen Resultate“
Ein Interview mit Josephine Witt über die femen-Bewegung und ihre Kritik an Religion(en)

Josephine Witt und Nicole Thies

Die femen-Bewegung provoziert und demaskiert – kontrovers und medienwirksam. Markenzeichen: kurze, politisch provokante Worte auf nackten weiblichen Oberkörpern für Frauenrechte, gegen die Unterdrückung, Gewalt und Sexualisierung der Frauen, gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution. Und die mediale Präsenz und die Tatsache, in kürzester Zeit so häufig Schlagzeilen produziert zu haben, scheint der Idee Recht zu geben… Nicole Thies sprach für die MIZ mit Josephine Witt, eine der deutschen Aktivistinnen.

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