Prisma MIZ 2/18

Jupiter im laizistischen Staat
Präsident Macron nähert sich den Kirchen an

Bernard Schmid

Während der US-amerikanische Präsident der Welt seine Politik 
in Twitter-Botschaften erklärt, bevorzugt der französische Staats-
präsident ausführlichere Grundsatzreden. Offenbar möchte er nun 
das Verhältnis des französischen Staates zu den Religionsgemein­schaften grundlegend ändern. Dies kündigte er in einer Rede vor 400 geladenen Gästen der französischen Bischofskonferenz am Abend des 9. April 2018 an.

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Staat und Kirche MIZ 3/17

Französische Sondergebiete. Wo das Gesetz von 1905 keine Anwendung findet

Heinke Först

Allgemein wird angenommen, dass ganz Frankreich ein laizistischer Staat ist, entsprechend dem Gesetz von 1905, das die Trennung von Staat und Kirchen festschrieb. Es gibt aber drei Departements – Ober- und Niederrhein sowie Mosel (Haut-Rhin 68, Bas-Rhin 67 und Moselle 57) –, die konkordatäre Departements sind, in denen also das Konkordat von 1801 gilt und das Gesetz von 1905 nicht angewendet wird.

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Prisma MIZ 1/17

François Fillon – der Kandidat der religiösen Rechten

Bernard Schmid

„Fillon: Seine geheime Armee.“ So lautet die Überschrift auf der Titelseite des vierzehntäglich in Paris erscheinenden Magazins für gesellschaftspolitische Themen Society, in seiner Ausgabe vom 16. März 2017. Seite Eins schmücken ein Foto des französischen konservativen Präsidentschaftskandidaten François Fillon und eine Abbildung, die vor allem aus einem Meer blau-weiß-roter Nationalfahnen besteht. Das zuletzt genannte Foto wurde am 5. März dieses Jahres auf dem Pariser Trocadéro-Platz aufgenommen, wo rund 40.000 Menschen für den unter Beschuss geratenen Präsidentschaftsbewerber Fillon demonstriert hatten. In Bussen und Zügen waren sie aus ganz Frankreich herangekarrt worden.

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Schwerpunktthema MIZ 2/14

Die identitäre Bewegung
Eine europaweit auftretende Strömung 
erregt Aufsehen durch antimuslimische Aktionen

Bernard Schmid

Juni 2014: Eine politische Gruppe macht sich in Frankreich besonders lautstark zur in Brasilien stattfindenden Fußball-WM bemerkbar. Aber nicht aus sportlichen Gründen…! Aus Anlass jedes Spiels während der WM, bei dem Algerien mitmacht – das nordafrikanische Land trat erst gegen Belgien und dann gegen Südkorea an, verlor beim ersten und gewann beim zweiten Mal – veranstaltet der Bloc identitaire gehörigen Lärm. In Paris plakatierte er am Vorabend des Spiels zwischen Algerien und Belgien an der Hochbahnstation Barbès-Rochechouart, vordergründig an die algerisch-französischen Fans gerichtet, die meist in Frankreich aufgewachsene Einwandererkinder sind: „Du bist für Algerien? Dann geh’ auch dort hin!“

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