Schwerpunktthema MIZ 3/19

Christenverfolgung in der DDR?
Staat und Kirche im SED-Staat

Karsten Krampitz

Die politischen Strukturen in der DDR waren nie dafür gedacht, dass in ihnen eines Tages Menschen zusammenkommen, um mit­einander kritische Fragen zu diskutieren. Diese Aufgabe fiel 
in den 1980er-Jahren den evangelischen Kirchen zu; daran sind 
sie gewachsen, aber auch gescheitert. Die evangelischen Kirchen­gemeinden boten den Friedens-, Umwelt- und Menschenrechts­gruppen einen Raum zur Organisation, zur Diskussion und zur Selbstfindung. Die Kirche selbst fungierte aber nur als Dolmetscher im Konflikt mit dem SED-Staat. Dass ihre Vermittlung am Ende innerhalb der DDR-Strukturen vergeblich war, ist wohl zuerst darauf zurückzuführen, dass man es mit einem Staat zu tun hatte, 
der Probleme, die in der Kirche ausgesprochen wurden, als Prob­leme der Kirche gesehen und behandelt hat.

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Schwerpunktthema MIZ 4/17

#Luderei /// Die große Verdrängung
Über den Umgang der evangelischen Kirche 
mit ihrer DDR-Geschichte

Karsten Krampitz

Ein Blick auf den Veranstaltungskalender der EKD und die darin enthaltene Fokussierung auf ganz bestimmte Ereignisse offenbart eine geistige Erinnerungslandschaft mit für die evangelische Kirche typischen Fund- und Leerstellen. So wird regelmäßig der Confessio Augustana gedacht, der führenden Reformatoren und freilich auch der Barmer Erklärung, der Bekennenden Kirche und Dietrich Bonhoeffers. Daneben aber finden sich etliche historische Vorgänge und Persönlichkeiten, die keine, erheblich weniger oder auch die falsche Beachtung erfahren. Eine solche Tendenz ist beispielsweise beim Thema „Kirche in der DDR“ zu beobachten.

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