Schwerpunktthema MIZ 2/20

Serie: Aufklärung /// Zur Verwissenschaftlichung von Judenfeindschaft durch die Aufklärung

Dieter Fauth

Die Epoche der Aufklärung hat unschätzbaren Wert für unsere heutige Gesellschaft. Trotzdem sollte ein kritischer Blick möglich sein. Im Folgenden wird die These entfaltet, dass die Aufklärung nicht nur Kraft zur Überwindung von Judenfeindschaft geboten hat. Ja, wer sich seines Verstandes bedient, die UN-Menschenrechtscharta oder das Grundgesetz Deutschlands als Ausfluss auch der Aufklärung ernst nimmt, muss die Gleichheit aller Menschen und ein Diskriminierungsverbot von Menschen insbesondere wegen ihrer Herkunft, Religion, etc. achten. Aber die Aufklärung hat auch viel zur Verwissenschaftlichung von Judenfeindschaft beigetragen.

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Schwerpunktthema MIZ 1/20

Serie: Aufklärung /// „Vielleicht leben wir eher in einer Parodie, einem Zerrbild der Aufklärung“
Ein Interview mit dem Philosophiehistoriker Philipp Blom

Philipp Blom

Seit geraumer Zeit wird von links-identitären Strömungen zum Teil harsche Kritik an der historischen Aufklärung geübt. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur der, salopp formuliert, Vorwurf, es habe sich um eine Angelegenheit „alter weißer Männer“ gehandelt. Ihr Denken habe maßgeblich zur Zerstörung anderer Kulturen beigetragen und verschweige bis heute die daraus resultierenden Rassismen im globalen Norden. Auch hätten ihre Vordenker_innen nie den von ihnen ausformulierten universalistischen Anspruch eingelöst. Im zweiten Teil unserer Artikelserie zum Thema Aufklärung sprach die MIZ mit dem Historiker und Schriftsteller Philipp Blom über die Aufklärung, ihre Vertreter_innen, die blinden Flecken und die Rolle der Aufklärung in der heutigen Zeit.

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Bereits die Alten Griechen zweifelten am Wahrheitsgehalt religiöser Vorstellungen, Foto: Pixabay
Schwerpunktthema MIZ 4/19

Aufklärung & Kritik als zentrale Komponenten alteuropäischer Identität

Hermann Josef Schmidt

Angesichts modischen Geredes, Europa sei in ausschlaggebender Weise determiniert durch seine christlich-jüdische Prägung, kann nicht oft genug wiederholt werden, dass, wie seit vielen Jahrzehnten bekannt und längst aufgearbeitet,1 die für europäisches Denken sowie spezifische europäische Identität entscheidenden Quellen historisch bei weitem früher, nämlich im 8. bis 5. Jahrhundert vor unserer kuriosen Zeitrechnung, und geographisch im großgriechischen Kulturraum zwischen der kleinasiatischen Mittelmeerküste und Unteritalien sowie Sizilien anzusetzen sind.

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