Prisma | Veröffentlicht in MIZ 2/12 | Written by Kirsten Achtelik

Proteste gegen Lebensschützer-Demonstration in Berlin geplant

Am 22. September diesen Jahres werden wieder christliche Fundamentalist_innen aus ganz Europa nach Berlin reisen, um am „Marsch für das Leben“ teilzunehmen. Die vom Bundesverband Lebensrecht organisierte Demonstration wird als „Schweigemarsch“ durchgeführt, bei dem die Teilnehmenden weiße Holzkreuze mit sich führen. Die radikalen Abtreibungsgegner_innen stellen das Selbstbestimmungsrecht der Frau in Frage und streben eine Gesellschaft nach fundamentalistisch-christlichen Moralvorstellungen an. Dass solche Ideen nicht die einer marginalen gesellschaftlichen Minderheit sind, lässt sich an den Grußworten der Staatsministerin der Bundeskanzlerin, Maria Böhmer und vom Behindertenbeauftragten der Bundesregierung, Hubert Hüppe für den letztjährigen Marsch ablesen. Auch die Deutsche Bahn findet es in diesem Jahr ein „völlig normales Angebot“, den Abtreibungsgegner_innen Sondertickets zur Verfügung zu stellen.

Das Bündnis gegen Abtreibungsverbote und christlichen Fundamentalismus ruft auch dieses Jahr wieder zu bunten, lauten und vielfältigen Protesten gegen den Marsch auf. Im Vorfeld wird es Videokundgebungen, eine Veranstaltungsreihe, Aktionsworkshops sowie eine Soliparty für die Proteste geben. Inhaltlich will sich das Bündnis vor allem mit Fragen der Pränataldiagnostik und der Verbindung zwischen christlichem Fundamentalismus und der Neuen Rechten befassen. Am 22. September selbst werden mehrere Protestkundgebungen entlang der Demonstrationsroute der Kreuzeträger_innen angemeldet, damit die Protestierenden den Demonstrationszug unbehelligt und störend begleiten können.

Mehr Informationen zu den Protesten unter: ://no218­noundis.wordpress.com.
Dort wird aktuell berichtet, dass die Deutsche Bahn offenbar die Unwahrheit verbreitet hat, als sie darauf hinwies, dass auch andere Demonstrationen mit Sondertickets unterstützt würden, und in diesem Zuge amnesty interational und den CSD nannte.