MIZ 1/16

Angst, Repression, Folter

Fluchtgründe und Asyl aus säkularer Perspektive
Porträt Gunnar Schedel, Foto: privat
Editorial

Doppelte Ausgrenzungserfahrung

Gunnar Schedel

Wenn heute über Flucht nachgedacht, geschrieben oder diskutiert wird, geht es meist um die großen Flüchtlingsströme, um Regionen, in denen Krieg herrscht oder Warlords und Milizen die Menschen terrorisieren. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht derzeit Syrien, doch auch im Irak, in Zentralafrika oder Afghanistan bestimmt Gewalt das alltägliche Leben; hinzu kommen unzähligen kleinere Konfliktherde. Es sind Millionen von Menschen, die dort auf der Flucht sind,1 Tendenz steigend.

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Schwerpunktthema

Porträt Ahmed Nadir, Foto: Eva Creutz
Schwerpunktthema

„Religion zu kritisieren bedeutet, zum Ziel von Mördern zu werden“
Ein Gespräch mit Ahmed Nadir über die Situation 
säkularer Blogger in Bangladesch und sein Leben 
als Flüchtling in Deutschland

Redaktion MIZ

Die Fluchtursachen der Menschen, die gezwungen sind, ihr Land zu verlassen, sind sehr unterschiedlich. Auch der Unglaube, Religionskritik oder der Einsatz für Meinungsfreiheit stellt in vielen Teilen der Welt ein Risiko dar; so beispielsweise in Bangladesch. Anfang 2013 richtete dort die Regierung ein Komitee von neun islamischen Geistlichen ein, welches Internet-Aktivisten identifizieren soll, die sich auf Facebook oder in Blogs kritisch über den Islam oder den Propheten Mohammed äußern.

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Schwerpunktthema

Frauen, Flucht, Emanzipation?

Arzu Toker

Im Rahmen der Flüchtlingsdebatten wird diskutiert, ob Flucht für Frauen nicht auch ein Tor zur Emanzipation öffnen kann. Emanzi­pation ist keine Pflanze, die nur in bestimmten Breitengraden wächst. Es gibt auch reichlich gebildete, emanzipierte syrische Frauen. Doch die Frauen, die schon in Syrien nichts mit Emanzi­pation gemein hatten, werden durch die Flucht und ungewollte Begegnung mit einer neuen Gesellschaft damit konfrontiert, herausgefordert.

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Schwerpunktthema

„Homophobie und Transphobie sind ein gesamtgesellschaftliches Problem“
Ein Gespräch mit Gülây Akın

Gülây Akın und Nicole Thies

In vielen Ländern werden Menschen aufgrund Ihrer Lebensweise politisch verfolgt. Offen gleichgeschlechtlich lebende Menschen sind Übergriffen ausgesetzt und auf einvernehmliche Sexualität unter gleichgeschlechtlichen Menschen stehen Gefängnisstrafen. Für die MIZ sprach Nicole Thies mit Gülây Akın über den Asylgrund Homosexualität, über Homophobie und Mehrfachdiskriminierung in Asylverfahren und in Gemeinschaftsunterkünften.

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Säkularismus und Verfolgung, Foto: Florian Chefai
Schwerpunktthema

Der Asyl-/Flüchtlingsreport 
der Atheist Alliance International

Gail Miller

Mariam Abu’amers Reise begann 2012, als sie sich als Atheistin outete, was in Gaza keine leichte Sache ist. Ihre Freunde waren die ersten, die alle Verbindungen zu ihr abbrachen, weil sie verstanden haben, warum sie sich gegen den Islam wendete. Die Nachricht über ihre Ungläubigkeit verbreitete sich schnell in ihrer Stadt und sie wurde beschimpft und erhielt Todesdrohungen. In einer Nachricht stand: „Du weißt, dass wir dir den Kopf abschneiden können“.

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Staat und Kirche

Prisma

Prisma

Das Beste aus Maoismus und Christentum
Anmerkungen zur Ideologie der nordkoreanischen Diktatur

Nicolai Sprekels

„Kim Jong Il war der Führer der Demokratischen Volksrepublik Korea (DVRK) der weltweit Respekt genoss. Er war ein Genie in Ideologie und Theorie. Er systematisierte und entwickelte die Idee des Juche1 und der Songun-Idee2 – großartigen Ideologien die [uns] in die Ära der Unabhängigkeit führten. […] Unter seiner 
einzigartigen Führung wurde sein Land zu einem, in dem alle 
Menschen mit einem einzigen Herzen vereinigt sind, was einzig­artig in der politischen Geschichte der Welt ist, und es wurde zu einer sozialistischen Festung, welche kein imperialistischer Feind, wie mächtig er auch sein mag, anzugreifen wagen würde. […] Kim Jong Ils Menschlichkeit, sein veredelnder Sinn für moralische Obligation, außerordentliche Weisheit und Kenntnis, sein eiserner Glaube und seine Willens­kraft wie seine unübertroffene Courage und Zähigkeit rühren alle Menschen der Erde.“3

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Prisma

Rechtfertigt eine evangelisch-reformierte Pfarrerin Rache gegen die „Gottlosen“?

Dennis Riehle

Der Ehepartner ist uns fremdgegangen. Jemand hat uns den freien Job vor der Nase weggeschnappt. Oder wir wurden auf offener Straße überfallen. Dann gehören Rachegefühle zu unserem Alltag – und sie scheinen vollkommen menschlich zu sein. In der Regel meinen wir es damit nicht allzu ernst. Rache ist Ausdruck von anfänglicher Enttäuschung, von Wut und vom Wunsch, es möge jemandem ähnlich ergehen wie uns. Bestrafung um der angeblichen Gerechtigkeit willen, das Verlangen nach Genugtuung. In aller Regel richtet sich ein solcher Gedanke gegen eine konkrete Person aufgrund eines ganz spezifischen Ereignisses. Angestoßen zu diesem Denken werden wir bereits durch die Bibel: „Auge um Auge“ (2. Mose 21).

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Prisma

Der Dover-Prozess
Der vorläufige Endpunkt der juristischen Bemühungen, die Evolutionstheorie in den USA aus der Schule zu verbannen

Thomas Waschke

Als Ende der 1960er Jahre das Verbot, Evolution im Schulunterricht zu behandeln, vom Obersten Gerichtshof als unzulässig eingestuft wurde, war dies für Kreationismusbefürworter ein Rückschlag. Doch ihre Bemühungen, möglichst wenig Darwin und möglichst viel Bibel im Biologieunterricht zu haben, gaben sie deshalb nicht auf. Die juristischen Auseinandersetzungen gipfelten im Dover-Prozess im Jahr 2005, der in gewisser Weise einen zumindest vorläufigen Abschluss dieses Kulturkampfes bildet.

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