MIZ 1/14

Femen und Kirchenkritik

Feministischer Protest zwischen Popkultur und Mainstream

Schwerpunktthema

Kettensäge-Aktion in Kiew, Foto: femen.org
Schwerpunktthema

Die Frauenbewegung zu Kreuze getragen…?
Über femen und ihre Aktionsformen als Teil des 
sogenannten Postfeminismus

Nicole Thies

Für einen Teil der Frauenbewegung zählt Religionskritik zu ihren
Grundpfeilern. Die Frauenbewegung gibt es jedoch nicht. Und
soziale wie politische Aktivist_innen, Bewegungen und Organisa­tionen, die für Frauenrechte und frauenpolitische Themen streiten
und kämpfen, sind nur zum Teil explizit und radikal religions­kritisch. Gemein ist dennoch vielen die Einschätzung und Begrün­dung, dass Religionen – insbesondere die monotheistischen – die patriarchal herrschaftliche Unterdrückung von Frauen festigen und gesellschaftliche Geschlechtsunterschiede manifestieren. Seit 2008 gehört die Gruppe femen zum Aktionist_innenkreis – eine Bewegung, die sich dezidiert religionskritisch positioniert, eine Gruppe, die zuletzt ebenso viel Medieninteresse auf sich zog wie Kritik – nicht nur aus antifeministischen Kreisen.

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Josephine Witt
Schwerpunktthema

„Wir nutzen den Boulevard und 
wir erzielen Resultate“
Ein Interview mit Josephine Witt über die femen-Bewegung und ihre Kritik an Religion(en)

Josephine Witt und Nicole Thies

Die femen-Bewegung provoziert und demaskiert – kontrovers und medienwirksam. Markenzeichen: kurze, politisch provokante Worte auf nackten weiblichen Oberkörpern für Frauenrechte, gegen die Unterdrückung, Gewalt und Sexualisierung der Frauen, gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution. Und die mediale Präsenz und die Tatsache, in kürzester Zeit so häufig Schlagzeilen produziert zu haben, scheint der Idee Recht zu geben… Nicole Thies sprach für die MIZ mit Josephine Witt, eine der deutschen Aktivistinnen.

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Staat und Kirche

IBKA – arbeitet am Umbau in Deutschen Parlamenten, Foto: Deutscher Bundestag / Lichtblick / Achim Melde
Staat und Kirche

Vertretung der Konfessionslosen
IBKA entsendet Sachverständige zu Anhörungen 
in Landesparlamenten

Rainer Ponitka

Eine Anhörung dient der Information der Abgeordneten in politischen Gremien. Ebenso ist sie eine nicht zu unterschätzende Möglichkeit gesellschaftlich relevanter Gruppen, ihre Ansichten den politischen Entscheidungsträgern vorzustellen. Seit November 2013 nutzte der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) die Chance, zu fünf Themenbereichen in vier Bundesländern Stellungnahmen einzureichen – in zwei Fällen wurde er auch zur entsprechen­den Ausschusssitzung eingeladen. So wird der IBKA inzwischen auch seitens der Politik als Interessenvertretung der Konfessionslosen wahrgenommen.

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Prisma

Protest vor dem Tagungsort der Bischofskonferenz, Fotos: Uli Cluse
Prisma

Der schöne Schein

Daniela Wakonigg

Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, folgt dem ehemaligen Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Das beschlossen die deutschen Bischöfe auf ihrer Frühjahrsvollversammlung vom 10. bis 13. März im westfälischen Münster. Begleitet wurde die Kon­ferenz von Protesten gegen die Diskriminierung Homosexueller.

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Die Schriftstellerin und Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff spricht am 12.06.2013 auf einer Pressekonferenz in Kassel. Sie hat die diesjährige Grimm-Professur der Universität Kassel mit zahlreichen Veranstaltungen übernommen, Foto: Uwe Zucchi/dpa
Prisma

„Vom Teufel ersonnen“1 – von Sybille Lewitscharoff ausgesprochen
... darum noch ein Artikel über die Dresdner „Rede zur Zeit“

Viola Schubert-Lehnhardt

Ihre Rede Von der Machbarkeit. Die wissenschaftliche Bestimmung über Geburt und Tod2 widmet sich gleich mehreren zentralen Themen der modernen Medizin: Machbarkeit („wunscherfüllende Medizin“) – Geburt (selbstbestimmte Elternschaft) – Tod (Verände
rung von Todeskriterien). Die meisten Rezensenten- bzw. Kritikerstimmen zu diesem Text verurteilen vor allem Lewitscharoffs Wort­wahl bzw. die darin zum Ausdruck kommende verunglimpfende Wertung moderner Medizintechniken und ihrer NutzerInnen. 
Nur vereinzelt wird auf das dahinter liegende fundamentalistische christliche Welt- und Frauenbild eingegangen.

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Magots oder Berberaffen wurden schon im Alten Testament als „Handelsgut aus dem Reich des Phönizierkönigs Hiram“ (im heutigen Libanon) bezeichnet und dienten wohl an den Fürstenhöfen Israels als Belustigungsobjekte (1. Könige 10,22 / 2.Chronik 9,21), Foto: Colin Goldner
Prisma

Tiere der Bibel
In eigenen Zooführungen wird Kindern die „Schöpfungsgeschichte“ vermittelt

Colin Goldner

Interessanterweise gibt es unter den Zoodirektoren hierzulande eine Vielzahl gläubiger Christen, die dem Schöpfungsgedanken im Zweifel näher stehen als der Evolutionslehre. Einer davon ist der Direktor des Dortmunder Zoos, Frank Brandstätter, Jahrgang 1966, der, obgleich veritabler Biologe, mit der Behauptung aufwartet, die biblische Schöpfungsgeschichte stimme „in ihrem groben Verlauf“ mit der Evolutionstheorie überein: „sie widersprechen sich nicht, sie ergänzen sich“.1

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Mitglieder der Familie Gora und leitende Mitglieder des Atheist Centre, Foto: Katrin Jura.
Prisma

Positiver Atheismus als Lebensstil
75 Jahre Atheist Centre in Indien

Volker Müller

Im Jahr 1940 wurde das Atheist Centre in Vijayawada, im süd­indischen Unionsstaat Andhra Pradesh, von dem Philosophen, Weggefährten Gandhis und Sozialreformer Gora (1902-1975) und seiner Frau Saraswathi Gora (1912-2006) gegründet. Seitdem hat diese weltweit erste atheistische Einrichtung des säkularen Humanismus eine beeindruckende Entwicklung vollzogen: Ein nachhaltiges Engagement für Toleranz, Frieden und Freiheit und gegen das Kastensystem, intensive Aufklärung zu Aberglauben und religiöser Dogmatik, viele Bildungsprojekte in Philosophie, Naturwissenschaften und praktischen Lebensfragen wie Sexual­aufklärung und Gesundheitsfürsorge und eine umfangreiche säku­lare Sozialarbeit für Familien, Frauen, Kinder und Jugendliche kennzeichnen das Wirken des Atheist Centre.

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Prisma

Die, die my darling

Frank Welker

Als im Mai 2013 die Nachricht in den Medien, die Runde machte, dass ein Metal-Sänger in Amerika verhaftet worden wäre, weil er einen Auftragskiller verpflichten wollte, um seine Frau umbringen zu lassen, da wurden schnell wieder alte Vorurteile hervorgekramt. Heavy-Metal? War das nicht die Musik, bei der auf der Bühne Tiere
 geopfert, der Satan angebetet und hemmungslos Drogen ein­geworfen werden?

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