7 veröffentlichte Artikel:

Prisma MIZ 3/13

Geschäft mit der Altenpflege
Die Kirchen haben das Vorbild des barmherzigen Samariters 
in der Rumpelkammer abgelegt

Roland Ebert

1997 forderte das Diakonische Werk eine „Europäische Charta“ für Pflegedienste, weil durch das Lohndumping anderer Träger kirchliche Sozialeinrichtungen zunehmend in Not gerieten. Es gäbe teilweise existenzgefährdende Situationen.1 Der Wunsch blieb unerfüllt. Stattdessen näherte man sich der Konkurrenz an und fand selbst neue Wege zur kostengünstigeren Führung der sozialen Einrichtungen. Ob diese Wege den eigenen moralischen Ansprüchen entsprechen, darf bezweifelt werden.

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Quo vadis Türkei? Foto: Rainer Sturm | pixelio.de
Staat und Kirche MIZ 2/13

Islamunterricht als Mittel zur Integration?
Die Islamverbände suchen nach einer kirchenähnlichen Struktur, um kirchenähnliche Privilegien zu erhalten

Roland Ebert

Um das Jahr 2000 wurde von muslimischer Seite vehement der Wunsch geäußert, einen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen einzuführen. Es bestehe die Gefahr, dass Fundamentalisten in Moscheegemeinden bzw. Koranschulen die Oberhand bekom
men könnten. Von der vorher diskutierten Form des religions­kundlichen Unterrichts war plötzlich keine Rede mehr. Auf einer Fachtagung zum Islamunterricht vertrat Thomas Kufen, der Integrationsbeauftragte von Nordrhein-Westfalen, die These: „Der staatliche Religionsunterricht für muslimische Schüler muss ausgebaut werden, weil er bei der Integration der Einwanderer hilft und religiösem Extremismus vorbeugt.“1

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Prisma MIZ 1/13

Zentrum mit Ausstrahlungskraft für Berlin
Kardinal Woelki hinter den Wolken hervor geholt

Roland Ebert

Ende Januar 2013 berichtete die Presse über zwei entgegengesetzte Ereignisse. Der Fakultätentag der katholischen Theologen in der BRD bedauerte, dass in den letzten Jahren die Bewerberzahl für ein Priesterstudium auf etwa die Hälfte gefallen ist. Da die theologischen Fakultäten mit der Priesterausbildung stehen und fallen, ist langfristig entweder mit deren Schließung oder der Eingliederung in weltliche Fakultäten zu rechnen. Lediglich die Zahl der Laientheologen sei in den letzten Jahren angestiegen. Man sah in der Laienausbildung die Überlebens- und Zukunftschance dieses Faches.1 Gleichzeitig eröffnete der Berliner Erzbischof Woelki seinen Plan über die Errichtung einer katholischen Fakultät in Berlin.2 Dies ist auf Anhieb nicht zu begreifen. Was bedeutet dies? Was sind die Hintergründe?

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Prisma MIZ 4/12

Werte und Moral
Auf dem hohen Ross der Transzendenz

Roland Ebert

Vor über zwei Jahren äußerte sich der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz Robert Zollitsch kritisch über die CDU, obwohl von dieser Partei „viele christliche Werte in unserem [der Kirche, d.A.] Sinne aufgegriffen werden“. Doch aufgrund ihrer Hinwendung zu neoliberalen Thesen sei zu fürchten, dass die Partei die soziale Perspektive vernachlässige. Die Nähe zwischen katholischer Kirche und CDU sei deshalb geringer geworden, während andere Parteien wie SPD und Grüne „Dinge, die uns wichtig sind, stärker als früher“ aufgreifen würden.1 Diese Kritik impliziert, dass es einen konstanten Bestand an moralischen Werten im christlichen Sinne gibt, deren Betonung sich aber in der Parteienlandschaft neu verteilt habe. Als Hüterin der Transzendenz sehe sich die katholische Kirche gezwungen, den Abstand zu den anderen Parteien zu verringern, um die Moral im säkularen Staat zu erhalten.

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Staat und Kirche MIZ 3/12

Christliche Wertevermittlung in Kindertagesstätten
Wie sich die katholische Kirche loyales Personal sichern will

Roland Ebert

Ab 1. August 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für ihren Nachwuchs vom ersten Lebensjahr an. Noch fehlen 130.000 Betreuungsplätze in Krippen oder bei Tagesmüttern und etwa 15.000 bis 20.000 Erzieher. Während sich die gesetzlich verpflichteten Kommunen um die Schließung der Lücken kümmern, bereiten sich Rechtsanwälte auf eine riesige Klagewelle vor. Es geht nicht nur um die Frage, wer einen Kita-Platz bekommt sondern auch wo, bei welchem Träger.1 Die katholischen Einrichtungen buhlen um die Vorherrschaft.

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Schwerpunktthema MIZ 1/12

Dritter Weg und christliche Lohndrückerei
Outsourcing und Werkverträge in der Dienstgemeinschaft

Roland Ebert

Kirchliche bzw. religiöse Einrichtungen drücken mit Hilfe des sogenannten Dritten Wegs die Löhne und Gehälter ihrer Beschäftigten, indem sie eigene, niedrigere Tarifverträge als im öffentlichen Dienst festlegen. Mit Hilfe von Tarifverträgen, die von Minigewerkschaften ohne Durchsetzungskraft abgeschlossen wurden, wirken sie auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, vor allem bei der Leiharbeit. Nachdem die Regelung von Leiharbeit öffentlich gefordert und zum Teil durchgesetzt wurde und sogar eine gleiche Bezahlung wie bei den Stammbelegschaften in Sicht ist, tut sich neues Unheil auf.

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