MIZ 1/19

... die im Dunkeln sieht man nicht

Internationale Unterstützung für bengalische Blogger

Porträt Nicole Thies
Editorial


Und man siehet die im Lichte, 
die im Dunkeln sieht man nicht …

Nicole Thies

Säkulare Menschen werden wegen ihrer Weltanschauung in vielen Nationalstaaten dieser Erde diskriminiert, gesellschaftlich und politisch isoliert, an der Ausübung ihrer sozialen, politischen und ökonomischen Tätigkeit(en) und Fähigkeiten gehindert, verfolgt und ermordet. Zwei Menschen aus Bangladesch, die mit tatkräftiger Unterstützung des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheis­ten (IBKA) Asyl in Deutschland beantragt haben, beschreiben in diesem Themenschwerpunkt die Situation von säkularen Blogger_innen in Bang­ladesch.

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Schwerpunktthema

Schwerpunktthema


Den Wind kränken

Arnab Goswami

Was ist der berühmteste Mythos, der je erschaffen wurde? Tja, das ist eine wirklich schwierige Frage. Je nachdem, wen man fragt, reicht die Bandbreite der Antworten von Gotham über Gott zu Atlantis und bis hin zur Apokalypse. Lasst es mich anders formulieren: Was ist der größte, von den Medien erschaffene Mythos, der euch je untergekommen ist? Immer noch zu vage? Dort wo ich lebe, ist die Antwort einfach: Bangladesch ist ein säkularer Staat.

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Schwerpunktthema


Die Reise zur freien Meinung

Durba Zahan

Schreiben lag mir schon immer am Herzen, gerade beim Schreiben fühlte ich mich sehr geborgen. Ich wollte damit nicht die Welt verändern, offen gesagt war es meine Absicht, meine Gedanken mitzuteilen und eine konstruktive Diskussion anzuregen. Und ich wollte nicht, dass meine Denkanstöße aus einer religiösen Sicht bewertet oder gar verurteilt werden. Vor allem sollten in einem ‘säkularen’ Staat alle Menschen über das Recht verfügen, sich selbst ohne jegliche Furcht vor Repression auszudrücken. Ich habe mir nie erhofft, das Leben der Menschen mit meinen Texten zu verändern, allerdings änderten sie den Lauf meines Lebens.

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Schwerpunktthema


Bedrohung als Dauerzustand –Säkulare Medienschaffende in Bangladesch

Rainer Ponitka

Der Internationale Bund der Konfes­sionslosen und Atheisten (IBKA) ist seit dem Jahr 2001 über die beklagenswerte Menschenrechtslage in Bangladesch informiert; im Jahr 2002 verlieh er seinen damaligen Erwin-Fischer-Preis der bangladeschischen Schriftstellerin und Ärztin Taslima Nasrin, die ihre Heimat 1994 aufgrund eines Mordaufrufs verlassen musste und seitdem im Exil lebt.

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Staat und Kirche

Staat und Kirche


Für die Abschaffung der Konkordate!
Europäische atheistische Organisationen verfassen 
einen gemeinsamen Aufruf gegen die Fortdauer eines historischen Reliktes

Redaktion MIZ

Neben gesetzlichen Grundlagen sichern auch Verträge die Privile­gien von Religionsgemeinschaften ab. Für den Katholizismus gibt es die Besonderheit, dass derartige Abkommen nicht nur mit in
­ländischen Gliederungen der Kirche abgeschlossen werden, son­dern der Vatikan als Vertragspartner des jeweiligen Staates auftritt. Diese Konkordate stehen seit langem als historische Relikte in der Kritik. Nun setzt sich eine von europäischen atheistischen Vereinigungen ins Leben gerufene Initiative für deren Abschaffung ein. Die MIZ dokumentiert die deutschsprachige Fassung des Aufrufes.

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Prisma

Prisma


Ist das syrische Regime wirklich säkular?

Tarek Azizeh

Das syrische Regime inszeniert sich gegenüber dem Westen gerne als säkular. Das Problem ist, dass einige Menschen dieser Darstellung Glauben schenken und damit ihr Schweigen zum diktatorischen Treiben des Regimes und seinen Verbrechen seit Beginn der syrischen Revolution 2011 rechtfertigen. Ihr Argument lautet dabei, es sei ein säkular verfasstes Regime, das gegen Terroristen und islamistische Extremisten vorgehe. Ich möchte daher der Frage nachgehen, ob das Regime wirklich als säkular bezeichnet werden kann.

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Neue Rechte, alte Zwänge

Alia Ahmad

„Hier in Deutschland sind Frauenrechte Realität und nicht wie bei uns bloß hohle Phrasen.“ Das sagt sie, ganz selbstbewusst, nachdem sie erfahren hat, dass ich im Bereich der Frauen- und Kinderrechte arbeite. Wir sitzen im Zug, eine Gruppe syrischer Frauen, die sich zufällig gebildet hat. Ich stimme der jungen Frau zu und die Sozialwissenschaftlerin in mir ist sofort interessiert. „Welche neuen Rechte hast du als Frau dazugewonnen und wie wird dein Leben dadurch positiv beeinflusst?“ Ihre Antwort schockiert mich: „Gar keine …

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Der Politik auf die Sprünge helfen
Ein Gespräch mit Michael Schmidt-Salomon über die 
Deutsche Bahn, die Buskampagne und Bewegung in der Politik

Redaktion MIZ und Michael Schmidt-Salomon

„Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott“ – das war vor zehn Jahren einer der Slogans, den die Buskampagne transportierte. Damit sollte den zahlreichen Konfessionslosen, „Ungläubigen“ und von kirchlich beeinflusster Wertedebatte Genervten signalisiert werden, dass sie in der Politik zwar schlecht repräsentiert, aber nicht alleine sind. Zehn Jahre später fährt erneut ein Bus durch Deutschland. Die inhaltliche Ausrichtung ist diesmal deutlich politischer. MIZ unterhielt sich mit Michael Schmidt-Salomon, dem Sprecher der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs), die federführend an der Durchführung der Buskampagne beteiligt ist.

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„Ich bin immer nur geradeaus meinen Weg gegangen“
Interview zum § 219a StGB mit der Ärztin Kristina Hänel

Kristina Hänel und Nicole Thies

Kristina Hänel ist in letzten Jahren zu einer Person des öffentlichen Lebens geworden. Unter den Bezeichnungen „Abtreibungsärztin“ und „Gallionsfigur“ für das Recht auf Information zum Schwanger­schaftsabbruch kommt ihr heute die Rolle der Vorkämpferin der seit Jahrzehnten währenden Debatte zu. Dank ihres Engagements gibt es seit 2017 eine öffentliche Diskussion um den § 219a, und 
der Bundestag befasste sich 2018 mit der Abschaffung bzw. Novel­lierung desselben Paragraphen. Auf der Leipziger Buchmesse stellte Frau Hänel ihr neuerschienenes Buch Das Politische ist persönlich. Tagebuch einer „Abtreibungsärztin“ vor. Nicole Thies sprach für die MIZ mit Kristina Hänel über das Buch, ihre Motivation, den Stand der Dinge und ihre gesellschaftspolitische Bewertung der juristischen und politischen Entscheidungen zum § 219a.

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Querfront gegen Säkularismus

Gunnar Schedel

Unter Querfront in einem weiteren Sinne wird das lagerüber­greifende Zusammenspiel linker und rechter Positionen ver­standen. Mit dem Aufkommen des Rechtspopulismus sind solche Bestrebungen wieder verstärkt festzustellen. Bislang lagen die vermeintlichen Schnittmengen im Bereich der Kritik des Finanz­kapitals, geopolitischer Debatten (vor allem im Hinblick auf die Stellung der USA) oder der Frage, wie ein Sozialstaat in Zeiten der Globalisierung zu organisieren sei. Derzeit bildet sich eine neue Spielart heraus, die aggressiv gegen Kritik an der religiösen Rechten auftritt.

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