von Christoph Lammers
der Kohlenstoff.1 Welch logische und zugleich revolutionäre Aussage steckt in diesem Satz. Er widerspricht in jeder Weise der seit Jahrhunderten andauernden Glaubensmacht der Religionen und Kirchen und hat, nicht zuletzt mit den Errungenschaften des 19. und 20. Jahrhunderts, die Gesellschaft durchdrungen und das rationale Weltbild beeinflusst. Und gerade diese (r)evolutionäre Vorstellung ist unmittelbar mit dem Namen Charles Darwin verknüpft.
Mit Fug und Recht können wir zu Beginn des Jahres 2009 auf eine der größten und atemberaubendsten Erkenntnisse der Wissenschaftsgeschichte zurückschauen. Charles Darwin, Begründer und Vordenker der modernen Biologie, feiert im kommenden Jahr seinen 200. Geburtstag. Doch nicht nur das. Sein (r)evolutionäres Hauptwerk On the Origins of Species (dt. Die Entstehung der Arten) wurde vor 150 Jahren erstmals veröffentlicht.
Eigentlich – und ich betone dies hier sehr deutlich – sollte ein Blick zurück mit Genugtuung und ein Blick in die Zukunft mit Zuversicht verbunden sein. Denn immerhin ist die Evolutionstheorie angekommen – in der Wissenschaft. Sie ist die Grundlage und wichtigster Baustein der modernen Biologie. Ohne die Evolutionstheorie ist Biologie nicht denkbar, oder wie es der russisch-US-amerikanische Evolutionsbiologie Theodosius Dobz-hansky formulierte: „Nothing in Biology makes sense, except in the light of evolution.“2
Die Evolutionstheorie bietet einen überaus breiten Fundus an Erklärungen für die Entwicklung des Lebens und die Vielfalt der Lebewesen. Darwin hat mit seiner Theorie, deren Tragweite er sicher nicht abzuschätzen wusste, mehr zum besseren Verständnis unserer Welt beigetragen als viele WissenschaftlerInnen vor oder nach ihm. Denn die Evolutionstheorie ist das weltanschaulich rationale Moment der aufgeklärten Gesellschaft. Warum? Darwins Erkenntnisse verabschieden sich sowohl von der Vorstellung einer (zielgerichteten) Höherentwicklung des (menschlichen) Lebens ebenso wie von der irrationalen Ideologie eines Leben schaffenden Gottes.3 Es ist kaum vorstellbar, dass unser Weltbild dermaßen rapide von einer Theorie so beeinflusst wurde, wie von der Evolutionstheorie. Somit ist sie die stärkste und nachhaltigste der drei Kränkungen,4 die der Mensch im Laufe seiner Geschichte erfahren hat.
Und sie wirkt über die Grenzen der Naturwissenschaften hinaus. Es gibt kaum noch einen Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften, der nicht von ihr beeinflusst wurde. Viele Fachaufsätze und Bücher beschäftigen sich mit der Frage, wie sich kulturelle, soziale, politische oder ökonomische Systeme entwickeln. Es wird gefragt, welchen Nutzen bestimmte Phänomene für ihren Träger haben. Hierzu zählen Moral und Kultur ebenso wie die Religion und der freie Wille des Menschen. Die Grundannahme eines evolutionären Prozesses, wie er von der Evolutionsbiologie vertreten wird, lässt sich ohne weiteres auf die Entwicklung von Kulturen, Gesellschaften oder der Ökonomie übertragen. Damit hat sich die Evolutionstheorie in den letzten 150 Jahren von einer speziellen naturwissenschaftlichen zur universellen (historischen) wissenschaftlichen Theorie entwickelt, in der Phänomene in eine kohärente Entwicklungsdynamik einbezogen werden, von der Lebensentstehung bis zur kulturellen und geistigen Entwicklung5 des Menschen und seiner nächsten Verwandten.
Trotz des Lobes über die Errungenschaften, die mit der Evolutionstheorie in Verbindung gebracht werden können, darf nicht verschwiegen werden, welche Herausforderungen in den nächsten Jahren auf uns warten bzw. wo bis heute die Verankerung evolutionären Denkens nicht erreicht worden ist – in den Köpfen der Menschen. Ein paar dieser Probleme möchte ich kurz anreißen.
Mitunter wird bis heute ein Bild von Evolution vermittelt, welches keinesfalls der aktuellen Diskussion entspricht. Vielfach ist vom ‘Kampf ums Dasein’, vom ‘Überleben des Stärkeren’ oder dem Dualismus von Natur und Kultur die Rede. Diese Begrifflichkeiten und Vorstellungen sind antiquiert und längst überholt, denn Beobachtungen zeigen deutlich, dass es in der Natur nicht in erster Linie um Kampf und Stärke, sondern um Kooperation und Entwicklung geht. Ein Blick zu unseren nächsten Verwandten zeichnet ein viel differenziertes Bild von unserer Entwicklung als es manche wahrhaben möchten. Der Mythos des wilden Affen auf der einen und des emanzipierten Menschen auf der anderen Seite bleibt dennoch erhalten und konnte sich festigen. Darwinisch zu denken6 ist bis heute keinesfalls üblich. Die Religionen, insbesondere die christlichen Kirchen, haben sich wohl am intensivsten gegen die Erkenntnisse der modernen (Natur)Wissenschaft gewehrt und es ist historisch nicht von der Hand zu weisen, dass gesellschaftliche Aufklärung nicht mit den Kirchen stattfand, sondern immer gegen sie erkämpft werden musste. Der Vorwurf, die moderne Wissenschaft habe mit dem ‘Neodarwnismus’ den Frieden zwischen beiden Parteien aufgekündigt, ist letztendlich der verzweifelte Versuch Macht zu demonstrieren. Die Kirchen verlieren in der Gesellschaft nicht nur rapide an Mitgliedern, sie verlieren zunehmend an Einfluss auf die Köpfe der Menschen. Es ist seit langem ein Kampf um die Deutungshoheit zur Entstehung des Lebens entbrannt, und die Kirchen bemühen sich seit langer Zeit darum, nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren. Aber die Kirchen sind nur ein Teil des Problems.
Trotz ihrer enormen Bedeutung und ihres hohen Erklärungspotentials wird die Evolutionstheorie bis heute vielfach missverstanden und von vielen Menschen daher abgelehnt. Untersuchungen der letzten zwanzig Jahre verdeutlichen, dass es zwar einerseits zu einer sich kontinuierlich steigernden Akzeptanz einzelner Aspekte der Evolution kommt, andererseits viele Menschen bis heute mit der Tatsache nichts anzufangen wissen, dass es keinen zielgerichteten Prozess in der Entwicklung des Lebens gibt. Weltanschauliche Überzeugungen, die in unserer Gesellschaft vor allem von Eltern und Schulen geprägt werden, sind einer der Gründe für diese wiederkehrenden Fehlvorstellungen (misconceptions). Didaktiker arbeiten seit langem mit qualitativen und quantitativen Methoden, um diese Fehlvorstellungen näher fassen und durch Konzeptionsmodelle überwinden zu können. Damit verbunden ist die Schwierigkeit der Vermittlung des Themas Evolution. Kaum ein Kinderbuch beschäftigt sich aus wissenschaftlicher Perspektive mit der Frage nach dem ‘Woher’, stattdessen verweisen Bilderbücher nur zu gern auf biblische Motive von ‘Adam und Eva’ oder der ‚Arche Noah’. Zudem sind die marktführenden konfessionellen Einrichtungen (z.B. Kindergärten und Schulen in katholischer oder evangelischer Trägerschaft) die Garanten für das Fortleben von Fehlvorstellung. Immerhin liegt es nicht im Interesse der Kirchen evolutionäre Grundannahmen zu vermitteln, wenngleich der Lehrplan dieses vorsieht.
‘Evolution’ ist ein ‘Bildungsgut’ – es wird nur im Biologieunterricht kaum behandelt. Zwar unterscheiden sich die Lehrpläne von Bundesland zu Bundesland, dennoch ist das Thema Evolution ein Randthema und wird somit vor allem in nicht prüfungsrelevanten Zeiträumen behandelt, wo kaum noch Zeit für eine tiefergehende Analyse ist. Eine Reform des Bildungssystems in diesem Bereich ist leider nicht absehbar. Was allerdings reformiert wird – auch und gerade zum Nachteil der Evolutionstheorie – ist der Bildungsmarkt. Es wird dereguliert und privatisiert. Mittlerweile drängen immer mehr private Träger auf den Bildungsmarkt. Sie sind, vor allem nach den PISA-Ergebnissen,7 ein deutliches Zeichen dafür, dass es eine Verschiebung in der Bildungslandschaft gibt. Die staatlichen Schulen, bislang die Träger des Bildungssystems, verlieren an Rückhalt. In den öffentlichen Debatten wird der Ruf nach Veränderung laut. Als Alternative sehen Eltern die privaten Träger. Diese sind zwar an die Lehrpläne der Bundesländer gebunden, dennoch zeigen etliche Beispiele, dass jenseits der Lehrpläne Material eingesetzt wird, welches nicht dem demokratischen Grundkonsens der Bildungsgesellschaft entspricht. Als das Beispiel der beiden Schulen in Gießen bekannt wurde, an denen im Biologieunterricht kreationistisches Material verwendet wurde, wurde deutlich, was schon längst befürchtet wurde: Unkenntnis. Anstatt die Rolle der privaten Träger und deren (weltanschauliche) Inhalte zu thematisieren, setzte die Öffentlichkeit zum Generalangriff auf die Vertreter der Evolutionstheorie an. PolitikerInnen, KirchenvertreterInnen und vermeintliche ExpertInnen gaben zu Protokoll, dass Evolutionstheorie und Schöpfungsglaube einander nicht ausschließen würden. Die ehemalige hessische Kultusministerin meinte sogar Anknüpfungspunkte bei beiden finden zu können. Derweil machen sich Teile der Home Education Bewegung die PISA-Debatte zu Eigen und fordern nicht nur die Deregulierung des Bildungsmarktes, sondern die Abschaffung der Bildungspflicht. Nach ihrer Meinung ist es nicht nur gottgewollt, dass Kinder nach christlichen Werten unterrichtet werden, sondern dass die Evolutionstheorie an den Schulen nichts zu suchen hat. Ich für meinen Teil sehe eher Anknüpfungspunkte zwischen Frau Wolff und der Home Education Bewegung als zwischen Evolutionstheorie und Schöpfungsglauben.
Zu guter Letzt möchte ich noch einen Punkt aufgreifen, von dem ich überzeugt bin, dass er nicht bei allen auf Gegenliebe stoßen wird. „Der Graben zwischen den beiden ‘Kulturen’ der sogenannte Natur- und Geisteswissenschaften wird gegenwärtig in Deutschland eher wieder tiefer.“8 Mit diesem Satz spricht Christoph Antweiler, Ethnologe und Professor des Ostasieninstituts an der Universität Bonn, ein wichtiges Thema an. Ich kann und will hier nicht im Einzelnen darlegen, warum es bis heute bei der Absichtserklärung geblieben ist, interdisziplinär arbeiten zu wollen, aber nur disziplinär denken zu können. Es gibt viele Beispiele für Missverständnisse und offensichtliche Antipathien. Einen Fall möchte ich kurz darstellen. Es ist durchaus logisch, dass vieles nur dann einen Sinn ergibt, wenn man es im Lichte der Biologie betrachtet. Nicht logisch ist hingegen, Natur- und Geisteswissenschaften undifferenziert voneinander abgrenzen zu wollen. Ulrich Kutschera, Evolutionsbiologe, hat in einem Aufsatz für den Humanistischen Pressedienst folgendes geschrieben: „In den Realwissenschaften gibt es richtige und falsche Fakten bzw. Thesen, innerhalb der Ghost-Sciences werden Meinungen vergleichend bewertet. [...] Die Naturwissenschaften fordern mehr Arbeitsaufwand und persönlichen Einsatz. Der Grund: hier wird Erkenntnis im Wesentlichen über experimentelle Methoden gewonnen. Die Studenten unterwerfen sich strengeren Anforderungen, weil sie etwas Handfestes, Solides, Verwertbares lernen und sich die logisch-rationale Denkweise aneignen wollen.“9 Er bezog sich in seiner Darstellung auf einen Disput mit einem Kulturtheoretiker über das ‘Reale und Verbale in den Wissenschaften’. Leider entspricht die Auffassung Kutscheras dem, so fürchte ich, typischen Verständnis eines Naturwissenschaftlers, wenn er an Geisteswissenschaften denkt. Die Geisteswissenschaften meinen nicht nur, sie untersuchen zugleich die gesellschaftliche Relevanz und die Konsequenzen eines Phänomens, indem sie empirisch arbeiten, Quellen kritisch untersuchen und sie in den Kontext einer Forschungsarbeit einbetten. Auch ist mir nicht klar, warum in dem Aufsatz der Versuch unternommen wird, die Naturwissenschaft frei von Ideologie sehen zu wollen. Kutschera schreibt: „Die Demonstrationszüge in denen Massenmördern wie Stalin und Mao verherrlicht wurden, bestanden hauptsächlich aus Soziologen, Politologen, Pädagogen, Theologen – also aus Studenten deren Expertise darin bestanden haben sollte, es gerade hier besser zu wissen. Wozu ist Politologie gut, wenn sie einem nicht einmal in der Politik Durchblick verschafft? Doch die angehenden Verbalwissenschaftler wussten es nicht besser, sie priesen ein System, dass einige Jahre später ruhmlos zusammenbrach und nichts zurückließ als gebrochene Karrieren und miserable Straßen.“ Es waren nicht nur die GeisteswissenschaftlerInnen, die im Nationalsozialismus dem Rassenwahn das Wort sprachen. Auch Biologen glaubten Fakten für die ‘Minderwertigkeit’ von Menschen gefunden zu haben.10 Hier halte ich es für angebracht, genauer hinzuschauen und solide zu argumentieren.
Aus meinen Ausführungen ergeben sich natürlich Konsequenzen für die kommenden Jahre. Ich würde sie sowohl für die wissenschaftliche wie die gesellschaftliche Ebene sehen. Aus wissenschaftlicher Perspektive wäre meines Erachtens wichtig, neben den methodischen Ansätzen in der Entwicklung von Unterrichtskonzeptionen und der Forcierung des Anspruches auf vollständige und genügende Vermittlung der Evolutionstheorie in den Unterrichtsfächern, die Vermittlung von wissenschaftstheoretischen Kompetenzen eines der wichtigsten Ansätze anzugehen. Eines der großen Probleme, mit denen die Hochschulen zu kämpfen haben, ist die Tatsache, dass viele Studierende wissenschaftliches Denken und Forschen nicht (mehr) beherrschen. Das betrifft alle Wissenschaftsdisziplinen. Wer dies nicht kann, wird nicht in der Lage sein, solide und prüfbare Forschung zu betreiben. Aus der politischen Perspektive ergeben sich weitere Ansätze. Was wir brauchen ist gesellschaftliche Aufklärung im besten Sinne des Wortes. Es muss der säkularen Szene gelingen, die Deutungshoheit des rationalen Weltbildes gesellschaftlich tiefer zu verankern und die Aufklärung über das Wesen und die Funktion von Religion voranzutreiben. Es ist von äußerster Wichtigkeit zu erkennen, dass nur dann das rationale Weltbild verteidigt werden kann, wenn alle Wissenschaftsdisziplinen gemeinsam handeln. Keinesfalls ist es im Sinne eines kritischen Diskurses anderen Disziplinen, soweit sie als Wissenschaft zu verstehen sind, das Recht und das Potential abzusprechen, solide zu forschen. Von daher warne ich vor Selbstüberschätzung und unnötigen wie undifferenzierten Aussagen zu Forschungszweigen. Wissenschaft, und das hat auch Charles Darwin ausdrücklich vorgelebt, ist ein kritisches Studium der Quellen, der Beobachtung und der Reflexion. Dies unterscheidet Wissenschaft von der geschlossenen Ideologie der Religionen.
Die MIZ wird diesen Prozess kritisch und reflektierend begleiten und wir hoffen, dass wir mit diesem Heft einen Anstoß dazu geben können. Wir freuen uns, dass wir renommierte Wissenschaftler für diese Ausgabe haben gewinnen können. In diesem Sinne, auf die nächsten 150 Jahre.
Anmerkungen:
1 Vgl. Sterne, Carus (= Ernst Krause): Werden und Vergehen. Eine Entwicklungsgeschichte des Naturganzen in gemeinverständlicher Fassung. Berlin 1876, S. 49. Hier schreibt Sterne: „Ein moderner Chemiker, welcher die Geschichte der Schöpfung in seine geliebte chemische Zeichensprache übersetzen wollte, dürfte nicht wie Faust beginnen: Im Anfang war das Wort, oder der Sinn, oder die Kraft – ‘er kann die Kraft allein so hoch unmöglich schätzen’ – und mit einem Male Licht erblickend, würde er ausrufen: Im Anfang war der Kohlenstoff mit seinen merkwürdigen inneren Kräften.“ Vgl. dazu Andreas Daum: Wissenschaftspopularisierung im 19. Jahrhundert. Bürgerliche Kultur, naturwissenschaftliche Bildung und die deutsche Öffentlichkeit 1848-1914. München 2002.
2 Theodosius Dobzhansky: Nothing in Biology makes sense, except in the light of evolution. In: The American Biology Teacher, 35/1973, S. 125-129.
3 Die Geschichte der Menschheit ist in diesem Zusammenhang nicht nur eine tragische, sondern auch eine äußerst lustige und tiefsinnige Ideengeschichte, mit einem breiten Fundus an Vorstellungen. Angefangen von Vielgötterei über die theistischen und deistischen Imaginationen bis hin zu der philosophisch-geistreichen Alternative des Spaghettimonsters und der Teekanne Bertrand Russells.
4 Als die drei Kränkungen der Menschheit bezeichnet man die Erkenntnisse Kopernikus’ und Galileis, die von Freud und die Darwins.
5 Vgl. Antweiler, Christoph: Evolutionstheorien in den Sozial- und Kulturwissenschaften. Zusammenhangs- und Analogiemodelle. In: Christoph Antweiler / Christoph Lammers / Nicole Thies (Hrsg.): Die unerschöpfte Theorie. Evolution und Kreationismus in Wissenschaft und Gesellschaft. Aschaffenburg 2008, S. 115-141.
6 Sommer, Volker: Darwinisch denken. Horizonte in der Evolutionsbiologie. Stuttgart 2007.
7 Mir ist nicht klar, inwieweit eine Studie, bei der weder der Fragenkatalog noch die tatsächliche Untersuchung prüfbar und damit hinterfragbar ist, als wissenschaftlich akzeptiert werden kann. Klar ist zumindest, dass sich mit den Folgen der Ergebnisse viel Geld an wissenschaftlichen Instituten verdienen lässt. Soweit die PISA-Ergebnisse überhaupt als relevante empirische Daten verwendet werden können, ergeben sich weitere Probleme. So lautet eine Frage: ‘Welche der folgenden Aussagen trifft am besten auf die Evolutionstheorie zu?’ Die Antwortmöglichkeiten sind wie folgt vorgegeben: ‘A. Die Theorie ist unglaubwürdig, da Veränderungen der Arten nicht beobachtet werden können; B. Die Evolutionstheorie gilt für Tiere, nicht aber für den Menschen; C. Die Evolution ist eine wissenschaftliche Theorie, die sich gegenwärtig auf zahlreiche Beobachtungen stützt; D. Die Evolution ist eine Theorie, die durch Forschung bewiesen worden ist.’ Es ist falsch zu behaupten, dass Evolution eine Theorie sei. Evolution ist zunächst einmal Fakt. Die Evolutionstheorie ist hingegen eine Theorie, die derzeit am exaktesten darstellen und erklären kann wie Evolution stattfindet. Vgl. Was 15-Jährige wissen mussten. In: Süddeutsche Zeitung, http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/46/314940/text/ [Zugriff: 22.10.2008]
8 „Ein extrem fruchtbarer Erklärungsansatz“. Interview des Humanistischen Pressedienstes (hpd) mit Prof. Dr. Christoph Antweiler, Bonn, zu den Ergebnissen des Trierer Wissenschaftskongresses „¡Die erschöpfte Theorie? Evolution und Kreationismus in Wissenschaften“ an der Universität Trier im Juni 2007. http://hpd.de/node/5488 [Zugriff: 15.10.08]
9 Das Reale und Verbale in den Wissenschaften. http://hpd.de/node/5253 [Zugriff: 15.10.08]
10 Vgl. Bäumer, Änne: NS-Biologie. Stuttgart 1990.
Artikel aus MIZ 4/08
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