Esowatch
Esowatch ist ein Lexikon ähnlich der Wikipedia und legt den Schwerpunkt dabei auf irrationale Überzeugungssysteme. Die Macher des Lexikons klären gekonnt auf über pseudowissenschaftliche Heilmethoden, esoterische Glaubenssysteme und Scharlatanerie. Wer sich über Methoden und Praktiken der Esoszene informieren möchte, findet in dem Portal eine erste gute Anlaufstelle.
Dabei agieren die Betreiber der Seite anonym aus Angst vor Verfolgung. Wohl zu Recht, kam es doch in der Vergangenheit immer wieder zu Drohungen gegenüber Esoterikkritikern. Auch ist die Gefahr, zivilrechtlich verklagt zu werden, den Betreibern wohl zu groß. Daher ist im Impressum der Hinweis auf einen in China ansässigen Anwalt satirisch zu verstehen.
http://esowatch.com/
Heimkinderskandal im Netz
Es ist einer der größten Skandale der deutschen Nachkriegsgeschichte. Bis in die späten 1970er Jahre hinein wurden in der Bundesrepublik Kinder in christlichen Erziehungsheimen geschlagen, psychisch missbraucht und wirtschaftlich ausgebeutet. Der Verein ehemaliger Heimkinder e.V. (VEH) stellt nun klare Forderungen in Bezug auf Rehabilitation, Aufarbeitung und Kompensation. Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, reichte man eine Petition beim Deutschen Bundestag ein. Die Reaktion darauf war die Einrichtung eines Runden Tisches, dessen Vorsitz ausgerechnet der Grünen Theologin Antje Vollmer übertragen wurde.
Wer sich über das Anliegen der Heimkinder informieren will ist auf deren Homepage gut aufgehoben. Hier gibt es umfangreiches Material zu dem erlittenen Unrecht und zu den aktuell laufenden Verhandlungen. Wer sich noch darüber hinaus über den Runden Tisch informieren möchte, kann dies auch direkt auf dessen offizieller Webseite tun.
Man darf wirklich gespannt sein, wie die Verhandlungen ausgehen werden. Während der Verein der Heimkinder Milliarden an Entschädigung einfordert, sieht es aktuell so aus, als wolle man es auf der anderen Seite bei einem einfachen Sorry belassen.
http://www.rundertisch-heimerziehung.de/
http://veh-ev.info/
Feng Shui oder Sheng Fui
Die chinesische Lehre des Feng Shui verspricht eine bessere Harmonisierung des Menschen mit seiner Umwelt. Dies soll durch eine besondere Gestaltung der Wohn- und Lebensräume erreicht werden. Dadurch soll sichergestellt werden, dass sogenannte “verstockte Energien” sich nicht in diesen Räumen verankern können. Das Chi (was auch immer das sein soll) soll frei fließen können.
Um den ganzen metaphysichen Unsinn dieser Lehre zu entlarven, haben witzige Zeitgenossen nun die Seite Sheng Fui ins Leben gerufen. Dort erfahren wir nun, dass es energetisch sinnvoller ist, sich zwei Geschirrspülmaschinen anzuschaffen. Dann kann die Yin-Geschirrspülmaschine das saubere Geschirr aufnehmen und in die Yang-Geschirrspülmaschine kommt das dreckige Geschirr. Verwandelt sich nun das dreckige Geschirr der Yang-Machine in sauberes entsteht ein energetischer Kreislauf oder so ähnlich. Wer auf Satire steht und wen seine Bekannten mit Feng Shui-Weisheiten nerven, der (oder die) wird auf dieser Webseite sicher Spaß haben.
http://www.sheng-fui.de/
Feuerbringer
Der Redakteur des Humanistischen Pressedienstes Andreas Müller hat unter dem Namen Feuerbringer einen eigenen Blog ins Leben gerufen. Dort tobt sich Müller ganz nach Lust und Laune aus und pflegt sein Image als “Krawallatheist”. Nichts und niemand scheint dabei vor ihm sicher zu sein. Seine bevorzugten Gegner sind Evangelikale, strenggläubige Katholiken, fundamentalistische Muslime und immer wieder die Kreationisten. Müllers ganz besonderer “Freund” ist aber der Religionswissenschaftler Michael Blume, den er geradezu liebevoll seinen Erz-Nemesis nennt. Viele von Müllers Artikeln sind zweifellos unterhaltsam, bisweilen schießt er aber auch mal übers Ziel hinaus und gelegentlich wäre mehr Sachlichkeit angebracht. Ein regelmäßiger Besuch lohnt sich aber in jedem Fall.
http://feuerbringer.com/
Katechismus online
Auch wenn sich die Mehrheit der katholischen Deutschen nicht mehr für die präzise Lebensanweisung interessiert, so hat der Vatikan ihn dennoch online gestellt: den Katechismus. Viel Arbeit hat man sich damit allerdings nicht gemacht. Das grauenhafte Seitendesign passt immerhin perfekt zum grauenhaften Inhalt. So erfahren wir Folgendes über Homosexuelle (zur Erinnerung: Wir sind im 21. Jahrhundert!): “Eine nicht geringe Anzahl von Männern und Frauen sind homosexuell veranlagt. Sie haben diese Veranlagung nicht selbst gewählt; für die meisten von ihnen stellt sie eine Prüfung dar. Ihnen ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen.” Mitleid sollte man wohl eher mit den kranken Köpfen haben, die sich so etwas ausdenken. Oder an anderer Stelle heißt es über Selbstbefriedigung: “Tatsache ist, dass sowohl das kirchliche Lehramt in seiner langen und stets gleichbleibenden Überlieferung als auch das sittliche Empfinden der Gläubigen niemals gezögert haben, die Masturbation als eine in sich schwere ordnungswidrige Handlung zu brandmarken”.
Wer sich noch mehr dieser menschenverachtenden Lebensanweisungen antun möchte, kann dies nun also kostenfrei im Internet tun. Es wäre zu wünschen, dass dies nicht nur Kirchenkritiker tun würden. Gerade den sogenannten Taufscheinchristen sei die Lektüre dringlichst empfohlen. Vielleicht denkt der eine oder die andere dann mal darüber nach, ob er diesen Verein weiterhin mit Steuermitteln füttern möchte.
http://www.vatican.va/archive/DEU0035/_INDEX.HTM
Artikel aus MIZ 4/09
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