Curzio Maltese: Scheinheilige GeschäfteDie Finanzen des Vatikans. Kunstmann, 2009. 158 Seiten, gebunden, Euro 16,90, ISBN 978-3-88897-558-5
Das Buch von Curzio Maltese über die Finanzen des Vatikans, das auf Italienisch unter dem Titel La Questua (“Das Almosen”) erschienen war, liegt nun in einer deutschen Übersetzung vor. Auf gut 150 Seiten setzt sich Maltese mit dem Finanzgebaren des Vatikans und dem Verhältnis von Staat und Kirche in Italien auseinander. Das gut lesbare und engagiert geschriebene Buch bietet interessante Einblicke in diese Thematik und besonders in die Entwicklung der letzten Jahrzehnte, in denen die Vatikanfinanzen nach den Skandalen der 1970er und 1980er Jahre weitgehend aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit verschwunden waren.
Eingeleitet wird das Buch mit dem “Fall Sapienza”. Malteses Schilderung der Vorgänge und ihrer Hintergründe ist sehr aufschlussreich, weswegen sie hier in Grundzügen wiedergegeben werden soll. Im Januar 2008 hatte Benedikt XVI. einen Besuch bei der römischen Universität La Sapienza spektakulär abgesagt. Dem vorausgegangen war ein Schreiben des Physikprofessors Marcello Cini, in dem sich dieser gegen Pläne gewandt hatte, den Papst den Eröffnungsvortrag des Akademischen Jahres halten zu lassen. Darin berief sich Cini hauptsächlich auf die Traditionen der Universität. 67 weitere Professoren schlossen sich ihm an und wiesen eher nebenbei darauf hin, dass Ratzinger 1990 den Prozess gegen Galilei unter Berufung auf Feyerabend als “gerecht und vernünftig” bezeichnet hatte.
Der Rektor der Universität macht daraufhin einen Rückzieher und definiert den Eröffnungsvortrag zu einem “Grußwort” um. Kurz vor dem Besuch des Papstes spielt er den Appell der 67 Hochschullehrer den Medien zu, die daraufhin über die arglosen Professoren herfallen. Aus einigen studentischen Gruppen, die anlässlich des Papstbesuchs antiklerikale Veranstaltungen abhalten wollen, wird in der Berichterstattung der Medien ein wütender Mob, aus den Professoren werden Zensoren. Als Benedikt XVI. den Besuch wegen angeblicher Sicherheitsprobleme absagt, erreicht die Kampagne ihren Höhepunkt. Die Professoren sehen sich wüsten Attacken ausgesetzt, die Presse schießt sich auf die angeblichen Krawallmacher ein. Aus deutscher Sicht sei hier die Information ergänzt, dass die Welt einen Artikel brachte mit dem Titel “Papst kapituliert vor dem Protest der Studenten”.1 Die Mitte-Rechts-Opposition nutzt die Vorgänge, um die Regierung Prodi mit Unterstützung der katholischen Kirche an den Pranger zu stellen. Am 24. Januar stürzt die Regierung, als zwei dem Vatikan nahestehende politische Gruppierungen ihr die Zusammenarbeit aufkündigen. Die darauffolgenden Neuwahlen ergeben einen knappen Sieg für das Bündnis von Berlusconi.
Der Grund für den Kampf der Kirche gegen die Linksregierung, für den er den “Fall Sapienza” exemplarisch heranzieht, waren nach Maltese nur vordergründig kontroverse Themen wie z.B. homosexuelle Partnerschaften. Die wahre Ursache sieht er darin, dass sich zwar auch die Linke weitgehend von den Prinzipien des Laizismus verabschiedet hat, die politische Rechte aber gegenüber der Kirche noch willfähriger ist, wenn es um deren Privilegien geht. Mit diesen Privilegien setzt er sich im Weiteren näher auseinander.
Maltese behandelt das Konkordat von 1929, das zwischen der faschistischen Mussolini-Regierung und dem Vatikan abgeschlossen worden war und das die wichtigste Grundlage für die privilegierte Stellung bildet, die die katholische Kirche in Italien genießt. Er schildert, wie der Kirche weit über das hinaus, was sie aus diesem Konkordat beanspruchen kann, Subventionen zugeschanzt werden. Dabei zeigt er auf, dass die Einnahmen der Kirche seit den 1980er Jahren gewaltig angestiegen sind.
Italien kennt eine spezielle Form der Kirchensteuer, bei der die Steuerzahler über den Verwendungszweck der abgeführten Steuer bestimmen können. An diesem System kritisiert Maltese, dass die Steuer derjenigen, die keinen Verwendungszweck angeben, ebenfalls zu einem erheblichen Teil der Kirche zufließen. Selbst das deutsche System hält er für besser als das italienische, da in Deutschland nur Kirchenmitglieder Kirchensteuer entrichten müssen, während die acht Promille zusätzliche Abgabe in Italien immer fällig werden.
Eingehend befasst sich Maltese mit dem immensen Immobilienbesitz der katholischen Kirche in Italien. Dabei schildert er ihre umfangreichen Aktivitäten im Hotel- und Tourismusgeschäft, wobei sie sich im Wettbewerb mit der privaten Konkurrenz ihre Steuerprivilegien zunutze macht. Sie profitiert dabei auch von den Pilgern aus aller Welt. Wie die Kirche das Geschäft mit Wallfahrten zu befördern versteht, zeigt Maltese am Beispiel des 1968 verstorbenen Padre Pio auf, der bereits zu Lebzeiten praktisch allen informierten Zeitgenossen als Schwindler gelten musste. Auch heute kann kaum ein ernsthafter Zweifel daran bestehen, dass er sich die Wundmale, für die er berühmt war, selbst beigebracht hat. Dennoch wurde er unter Papst Johannes Paul II. zum populären Heiligen aufgebaut. Dies gipfelte in Padre Pios Heiligsprechung 2002 und einem gewaltigen Immobilienboom an dessen Wirkungsstätte San Giovanni di Rotondo, der allerdings von Skandalen begleitet schnell wieder in sich zusammenfiel.
Maltese behandelt ferner den Religionsunterricht an staatlichen Schulen, der bislang ausschließlich als katholischer Religionsunterricht existiert, sowie die (eigentlich durch die Verfassung untersagten) Zuwendungen an Privatschulen. Er wirft auch einen Blick auf die Vatikanbank IOR, die vielleicht intransparenteste Bank der Welt. Er prangert die italienische Sozialpolitik an, insbesondere den weitgehenden Rückzug des Staates aus dem Sozialwesen. Dieser Rückzug hat nach Maltese ein Vakuum hinterlassen, das die katholische Kirche mit Erfolg ausfüllt, wobei allerdings der Großteil der Finanzierung letztlich doch wieder durch die öffentliche Haushalte erfolgt.
Fazit: Eine lesenswerte Lektüre für den, der sich über das Verhältnis von Staat und (katholischer) Kirche informieren und dabei einmal über den deutschen Tellerrand blicken möchte.
René Hartmann
Anmerkung:
1 http://www.welt.de/politik/article1556933/Papst_kapituliert_vor_dem_Protest_der_Studenten.html
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Mythos einer naturwissenschaftlichen Theorie menschlichen Verhaltens. VSA, 2008. 190 Seiten, kartoniert, Euro 13,80, ISBN 978-3-89965-305-2
Schon lange ist sich die Wissenschaft einig, dass bei Tieren und Menschen das Gehirn das zentrale Organ für die Verhaltenssteuerung und psychischen Regungen ist. Zu den besonderen Fähigkeiten und Problemen von Homo sapiens gehört, dass sein geistiges Potenzial es ermöglicht über sich selbst, seine Entstehung und den Sinn seines Daseins nachzudenken. Darüber zu philosophieren war bislang eine heftig verteidigte Domäne der Geisteswissenschaften. Zu erforschen, wie Nachdenken, Wahrnehmung, Erkenntnis und andere geistige Tätigkeiten physiologisch vor sich gehen, ist aber selbstverständlich eine Aufgabe der Naturwissenschaften. Wenn dazu überhaupt Vorstellungen entwickelt wurden, waren sie bis ins 20. Jahrhundert hinein allerdings oft unglaublich naiv oder diffus. Von vielen seriösen Psychologen und Verhaltensforschern wurde deshalb das Denkorgan Gehirn oder sogar der gesamte Organismus aus methodischen Gründen als Blackbox betrachtet, bei der man nur Eingangs- und Ausgangsdaten studierte. Was sich darin im Einzelnen tat, musste unerforscht bleiben.
Das hat sich allerdings geändert. In den letzten Jahrzehnten haben die Neurowissenschaften dank moderner Techniken und fast grenzenloser Möglichkeiten in der Datenverarbeitung, einen enormen Aufschwung erfahren. Seit der technologische Fortschritt es erlaubt, dem Gehirn bei der Arbeit quasi zuzuschauen, ohne es zu zerstören und man dabei computergenerierte bunte Bilder von hoher Suggestionskraft zu sehen bekommt, wurde die Neurobiologie ein Lieblingskind der Medien. Vor allem unter dem Aspekt der kognitiven Hirnforschung wurde sie so populär, dass man sie schon zur Leitwissenschaft unseres Jahrhunderts ausruft. Das scheint aber nicht jedem zu gefallen; ein Beispiel dafür ist Suitbert Cechura.
Sein Buch unterscheidet sich von anderen “neurokritischen” Werken wohltuend dadurch, dass der Autor sich im Feld seiner Kritik gründlich umgesehen hat. Die wesentlichen Gedanken der angegangenen Neurobiologen, vor allem Gerhard Roth und Wolf Singer, werden an vielen Stellen zitatweise wiedergegeben und kommentiert – übrigens nicht immer ohne beißende Ironie. Mit den meisten anderen neurokritischen Betrachtungen hat es gemein, dass überall die Abwehr einer narzisstischen Kränkung durchblinkt. “Die Beweisabsicht der kognitiven Neurobiologen wird deutlich: Die Verarbeitungsmechanismen der Reize in den verschiedenen Organismen sind in ihrer Grundstruktur dieselben, weswegen sich aus der Untersuchung von Tieren Rückschlüsse auf die grundlegenden Mechanismen der Reizverarbeitung im Menschen ergeben” (S. 57). Warum eigentlich nicht? Dass sich auch beim Menschen durch Lernen im Gehirn etwas verändert, das weiß natürlich auch Cechura und bestreitet es ausdrücklich nicht. Er scheint aber Neurobiologen nicht zuzugestehen, dass ihnen ihre eigenen Forschungsergebnisse bekannt sind, nämlich dass “das Gehirn sehr wohl auch durch das Denken gestaltet wird”. Wer hat das eigentlich je bestritten? Neurobiologen haben dazu überzeugende Tiermodelle geliefert und für Psychoanalytiker war das von vornherein die Arbeitsbasis.
Natürlich spielen bei der Gestaltung von Verhaltensweisen und Gefühlen auch Belohnungsmechanismen eine Rolle. Roth wird in diesem Zusammenhang ausführlich zitiert, aber Cechura gefällt das inhaltlich nicht, und er versucht den ständig auf seine Würde bedachten Leser auf seine Seite zu ziehen, indem er die Zusammenhänge kommentiert: “Der Mensch als komplizierte Ratte. Hier gelten die gleichen Gesetze wie im Behaviorismus, oder man kann in diesem Prinzip das Triebstreben eines Freud entdecken.” (S. 105). Aber weder der extreme Behaviorist Skinner noch der Übervater Freud hatten in allem Unrecht. Wer kann oder möchte von sich sagen, dass er nicht lernfähig ist, dass es keine Belohnung für ihn gibt und dass er kein Triebstreben hat?
Damit kommt man in die spannende Region des freien Willens – wenn es ihn gibt. Zu dieser Frage werden kluge Leute zitiert. Aber Willen gibt es sicher, und für manchen ist dieser frei. In diesem Zusammenhang wird einmal mehr Roth bemüht: “Wir fühlen uns (…) in der Tat dann frei, wenn wir unseren Willen verwirklichen können.” Richtig übel wird ihm dann die Feststellung genommen, dass sich Personen eher die Umwelten suchen, “die zu ihnen passen, als dass sie sich diesen Umwelten anpassen”. Polemisch folgert Cechura: “Deshalb macht man Arme auch nur unglücklich, wenn man sie aus ihrer Armut holt, passt doch das Elend zu ihrer Natur.” In seinen Augen haben “sich die kognitiven Neurobiologen ein Menschenbild geschaffen, mit dem sich alles rechtfertigen lässt, was von Menschen verlangt oder mit ihnen angestellt wird” (S. 121). Diese Bemerkung ist zwar Ausdruck einer menschenfreundlichen Gesinnung, aber auch eines tiefen Missverständnisses bezüglich der Neurobiologie.
Auf unsere evolutionäre Vergangenheit und Verwandtschaft mit der gesamten Lebenswelt geht Cechura überhaupt nicht ein. Wer will schon mit einer Ratte verwandt sein, igitt? Ein Bezug zur Entstehungsgeschichte auch des Menschen, aus der vieles verständlich wird, erfolgt höchstens indirekt, negativ, indem er der kognitiven Neurobiologie vorwirft, alles im Sinne seiner Bedeutung für das Überleben des Menschen „als übergeordnete teleologische Zielsetzung“ zu deuten. Wieder ein Missverständnis: Teleologische Zielsetzungen gibt es nicht. Von Teleologie halten Biologen heute nicht mehr als von Astrologie. Astronomie ist dagegen eine ernsthafte Wissenschaft. Was Organismen steuert, ist im Laufe der Lebensgeschichte entwickelte Teleonomie, d.h. ein prinzipiell wissenschaftlich analysierbares Kausalgefüge, das in der Tat überlebensdienlich ist. Wo es dies nicht ist, reißt die Lebenskette ab. Das ist schon oft geschehen, diese Abstammungslinien gibt es nicht mehr.
Obgleich ihm das nicht behagt, obgleich er sie sogar bekämpft, fasst Cechura die zentralen anthropologischen Thesen der Neurowissenschaften ziemlich treffend zusammen: Der Mensch ist ein “autonomes Informationsverarbeitungs-system, dessen Verschaltung zum Teil genetisch bedingt ist, in der Kindheit geprägt wird, das Verhalten steuert und nur bedingt veränderbar ist” (S. 160).
Was den Autor in seine feindselige Haltung gegenüber der Neurobiologie getrieben hat, scheint ein ernstes kulturelles Problem unserer Zeit zu sein, das auch mir Sorge macht: hemmungsloses Macht- und Geldstreben führender Repräsentanten, verfehlte Bildungspolitik mit Anheizen des Konkurrenzprinzips, soziale Ungerechtigkeit, Sozialdarwinismus, Abbau sozialer Errungenschaften (“für den Erfolgsmenschen ist somit das Kanzleramt der angemessene Ort und für den Versager ist es die Gosse” [S. 160]). Die Perzeption der außersubjektiven Wirklichkeit spielt sich in jedem einzelnen Nervensystem ab. In Cechuras Wahrnehmung sind an den Missständen die Neurowissenschaftler schuld: “Kognitive Hirnforschung begründet eine neue Ideologie. In dieser werden die Ergebnisse aus der Naturwissenschaft dazu benutzt, die Ergebnisse der bürgerlichen (!) Konkurrenz biologisch zu erklären und damit als naturgegeben zu behaupten” (Fettdruck im Umschlagtext). In diesem Sinne sollte man Wissenschaft natürlich nicht betreiben, tut auch kaum jemand.
Nach einer schon von Darwin geäußerten Vermutung, die inzwischen sehr gut belegt und akzeptiert ist, hat jedes erwachsene Gehirn eine Phase durchlaufen, in der es für weltanschauliche – man könnte auch sagen ideologische – Prägungen geöffnet war. Ich sehe darin eine entscheidende Voraussetzung zur Kulturfähigkeit unserer Spezies. Das Erscheinungsjahr von Cechuras Buch ist 2008; es könnte immerhin sein, dass das Gehirn, welches dieses engagierte Buch erzeugt hat, in einer Ideologie geprägt worden ist, für die die Jahreszahl 1968 steht. Eigentlich schade, dass das so stark durchschlägt.
Bernhard Verbeek
Siegfried Vollmann: “Ohne Gott geht’s besser”Atheismus und Humanismus sind die bessere Alternative. Novum, 2009. 110 Seiten, kartoniert, Euro 16,40, ISBN 978-3-85022-713-1
Diese Aussage ist mutig und wichtig: Solange unser öffentliches Leben immer noch von einer Gottes-Religion dominiert wird, ist es wichtig, dazu eine überzeugende Gegenposition aufzubauen. Nun ist zwar seit Kant und Feuerbach, seit Nietzsche und Mackie eigentlich alles gesagt, aber die Aufklärung ist auch nach über 200 Jahren noch nicht ganz umgesetzt; jede Generation muss sich damit erneut auseinander setzen, jedenfalls solange die christliche Dominanz hierzulande existiert.
Diese Auseinandersetzung ist nicht einfach. Es genügt nicht, Gott und die Götter als nicht bewiesen darzustellen; der aufgeklärte Zeitgenosse will an die Stelle der früheren Götter ein Weltbild setzen, das eine eigenständige, zeitgemäße Position beinhaltet. Die oben genannten Aufklärer und viele Autoren der Gegenwart haben dazu umfangreiche Argumente und Definitionen geliefert: das alles zu lesen und zu verarbeiten ist eine enorme Aufgabe. Das Buch von Siegfried Vollmann ist hier hilfreich. Leser, die auf der Suche nach dem “woher und wohin” einem großen Angebot gegenüber stehen, finden hier verständliche, kurze Darstellungen der Weltanschauungsprobleme und sie finden auch Angebote.
Das zentrale Angebot ist der säkulare Humanismus. Siegfried Vollmann beschränkt sich nicht nur auf Religionen und Weltanschauungen, er behandelt auch Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens und der praktischen Lebensgestaltung. Aus der Perspektive seiner naturwissenschaftlichen Ausbildung nimmt er Stellung zu aktuellen Erkenntnissen der Wissenschaften, die unser heutiges Weltbild und unser Leben bestimmen. Dabei macht er deutlich, dass die Offenbarungsreligionen nicht mehr zeitgerecht sind. Der Humanismus ist die bessere Alternative: Ohne Gott geht’s besser!
Natürlich kann das Buch mit seinen 110 Textseiten nicht in die Tiefe gehen. Aber gerade in der Kürze der Darstellung liegt der Gewinn für suchende Leser, die dann bei Interesse den Fragen an anderer Stelle weiter nachgehen kann. Hier finden sie erste Erklärungen und gut formulierte Argumentationshilfen, die auch für Jugendliche eine anregende Lektüre sind. Der besondere Vorzug dieses Buches liegt darin, dass die behandelten Themen in kurzen, abgeschlossenen Kapiteln dargestellt werden, mit denen man sich einzeln beschäftigen kann, ohne gleich das ganze Buch lesen zu müssen. Einen Überblick über die behandelten Themen gibt das leicht überschaubare Inhaltsverzeichnis. Hilfreich für den Leser ist auch ein ausführliches Stichwortverzeichnis. Die Sprache der Texte ist unkompliziert, nicht akademisch und somit leicht verständlich. Das Literaturverzeichnis ist überschaubar kurz, wohl mehr als Anregung zum Weiterlesen gedacht. Im Text des Buches sind natürlich weit mehr Autoren und Ideen berücksichtigt. Eine Liste von aktuellen web-links verweist auf weitere Informationsmöglichkeiten.
Am Schluss des Buches folgt dann noch ein Selbsttest für Gläubige und für Ungläubige. Die Fragen beziehen sich auf Religionen und religiöse Texte, meist auf die Bibel. Im Anschluss an die Fragen erhalten die Leser keine Antworten: richtig oder falsch. Sie müssen selbst entscheiden und sich die Antworten suchen; sie finden solche weitgehend im vorhergehenden Buchtext.
Rainer Statz
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Artikel aus MIZ 2/09
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