Die atheistische Buskampagne

von Carsten Frerk

Vom 30. Mai bis 18. Juni 2009 fuhr der rote Doppeldecker der “Atheistischen Buskampagne” durch Deutschland. Diese “Säkulare Werbekampagne” erreichte die mediale Öffentlichkeit in einem bisher nicht gekannten Ausmaß. Als einer der Initiatoren der Kampagne und Begleiter des Doppeldeckerbusses möchte ich rekapitulieren, wie diese Kampagne in Deutschland entstanden ist, welche Erfahrungen unterwegs gemacht wurden und wie man diese Art der Kampagnen einschätzen kann.

Manchmal geschieht etwas so schnell, dass man kaum Zeit hat, mehr zu tun, als die Dinge in Gang zu halten. Aber lassen Sie mich die Geschichte vollständigen und der Reihe nach erzählen.
Am 19. Januar 2009 schickte ein Grafik-Designer in Berlin Mails an verschiedene Leute und Organisationen, von denen er annahm, dass sie Interesse haben könnten, die britische Buskampagne nach Deutschland zu bringen.

Die britische Buskampagne

Das Vorbild dieser Kampagne entstand in London. Dort stand im Sommer 2008 die Journalistin und Comedy-Autorin Ariane Sherine an einer Straßenkreuzung. Von beiden Seiten fuhren nacheinander zwei Autobusse über die Kreuzung. Beide hatten an den Seiten eine Werbung für Jesus und ein Bibelzitat. Als sie zu Hause dieses Bibelzitat nachschaute und ihr dort als Ungläubiger Höllenstrafen angekündigt wurden, entschloss sie sich, dem eine atheistische Werbung an 20 Bussen entgegenzusetzen. Für die Werbung an den Bussen wurden 11.000 Pfund gebraucht. Die British Humanist Association ließ sich schnell für eine Unterstützung gewinnen und der bekannte Wissenschaftler und Religionskritiker Richard Dawkins (Der Gotteswahn) erklärte, dass er, wenn 5.500 Pfund an Spenden gesammelt seien, die zweite Hälfte persönlich dazu geben würde. Zwei Zeitungsartikel erschienen und nach wenigen Tagen befand sich bereits ein Mehrfaches der angestrebten Spendensumme auf den Konten. 200 Busse wurden im Januar 2009 allein in London mit dem Satz beklebt: “There’s probably no god. Now stop worrying and enjoy your life.” Mittlerweile fahren in fast allen britischen Städten entsprechende Busse.

Diese Idee, für Atheismus öffentliche Werbung zu plakatieren, ging wie ein Lauffeuer durch die christliche Welt und bald darauf, im Frühjahr, fuhren Busse mit atheistischer Werbung durch Kanada, die USA, durch Australien und auch im katholischen Spanien und Italien.

In Deutschland? Anscheinend wieder Nichts. Es wurde partiell diskutiert, viel geredet und geschrieben, man sollte mal... – bis dann Montag, der 9. März 2009 kam und die deutsche Buskampagne ihre Internetseite freischaltete. Der Grafik-Designer Peter Iblher hatte in Berlin schließlich sechs Mitstreiter gefunden und diese “Gottlosen Sieben” hatten knapp zwei Monate diskutiert, die Internetseite ent-wickelt, Spendentools gesucht, Texte geschrieben, diverse Slogans diskutiert, etc., alles neben ihren ‘Brotberufen’. Ziel war es, in drei deutschen Städten – vorgesehen waren Berlin, Köln und München –, für drei Monate einen Bus mit der Werbung zu bekleben, dafür wurden 19.500 Euro an Spenden benötigt.

Zum Start der Internetseite hatten die Initiatoren ihr Anliegen formuliert: “Buskampagne.de wird die britische Atheist Bus Campaign nach Deutschland bringen. Auch hierzulande haben säkulare Menschen genug davon, absichtsvoll ‘übersehen’ oder moralisch diskreditiert zu werden. Wir wollen mit der Kampagne öffentlich bekunden, dass eine nicht-religiöse, aufgeklärte Weltsicht eine positive Möglichkeit darstellt. Nicht-Religiöse, Agnostiker und Atheisten sollen wahrnehmen können, dass sie nicht alleine sind. Sie sollen mutiger werden, sich gegen religiösen Hochmut zur Wehr zu setzen und sich in die öffentlichen Debatten einzumischen. Das Leben ohne einen Gott kann eine Bereicherung sein: angstfrei, selbstbestimmt, bewusst, tolerant und frei von Diskriminierungen.” Der Zentrum stand also nicht die Religionskritik, sondern die Ermutigung der nicht-religiösen Menschen.

Erste Medien berichteten über die beabsichtigte Kampagne – u.a. auch Spiegel-online – und nach nur vier Tagen war die erforderliche Summe bereits zusammen. Die Kommentare der Spender – die bis auf wenige größere Spender jeweils 5, 10 und 20 Euro gespendet hatten –, bezeugten, dass die Initiatoren einen Nerv getroffen hatten: “Endlich!”, “Ja, zeigt, dass Atheismus positiv ist!”, “Raus aus der Schmuddelecke!”, u.v.a.m.

Die Spender konnten aus drei vorgestellten Slogans einen auswählen: “Gottlos glücklich”, “Gott ist eine Behauptung” und “Es gibt (mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit) keinen Gott”. Jeweils mit den Unterzeilen: “Werte sind menschlich. Auf uns kommt es an.”, “Aufklärung heißt, Verantwortung zu übernehmen.” und “Ein erfülltes Leben braucht keinen Glauben.” Der dritte Vorschlag “Es gibt (...) keinen Gott” bekam die Mehrheit.

Also konnte die Buswerbung in Auftrag gegeben werden. Doch im vermeintlich säkularen, aufgeklärten Deutschland gab es dann Probleme: Nicht nur in Berlin, Köln und München wurde die Werbung abgelehnt, auch fünfzehn weitere angefragte Verkehrsbetriebe verwahrten sich gegen die säkulare Werbung – während dort für Religionen oder Bordells am laufenden Meter geworben wurde. Religionen sind durch ein Antidiskriminierungsgesetz geschützt, ob dies auch für säkulare Weltanschauung gilt, das muss nun in einem langwierigen Musterverfahren vor Gericht geklärt werden.

Die Spenden waren da und den Spendern war eine “Buskampagne” versprochen worden. Alle wohlgemeinten Vorschläge, wie: Großplakate mit einem Bus, auf dem steht: “Ich klebe hier, weil ich in (...) nicht fahren darf!” trafen nicht den Kern.

Brave Busse fahren Linie, unser Bus fährt überall!

Es brauchte Zeit, bis wir endlich auf die richtige Idee kamen und sie abrunden konnten: Wir mieten selber einen Bus und fahren mit dem durch ganz Deutschland! Wir als Amateure? Ja, warum nicht? Diese Mischung aus Verantwortlichkeit, Realisierungswillen und amateurhaftem Selbstvertrauen brachte dann den roten Doppeldecker auf die Straßen.

Schließlich ist der Bus in zwanzig Tagen rund 3.900 Kilometer durch Deutschland gefahren und hat in 28 Städten Station gemacht. Schätzungsweise rund 500.000 Menschen haben den “Roten Riesen” dabei selbst gesehen, auf der Autobahn, den Straßen der Städte, auf den Stadtplätzen und während der Rundfahrten.
Im Sinne der britischen und der anderswo realisierten Buskampagnen wäre es hinreichend gewesen, den Bus, als “Transparent auf vier Rädern”, jeweils eine Woche in Berlin und München durch die Straßen fahren zu lassen. Aber, wenn der Bus sowieso schon fährt, dann kann man doch... und so wurden Gruppen und Personen ‘vor Ort’ angesprochen, ob sie für ihre eigene Organisation etwas daraus machen wollten, wenn der Bus schon in der Stadt sei.

Die Zustimmung und das Engagement der Organisatoren vor Ort wurde dann die zweite Ebene der Buskampagne. Teilweise sprachen und planten Organisationen miteinander, die bisher eher Vorbehalte gegeneinander hatten, Infotische und Abendveranstaltungen wurden in den Städten organisiert und “vor Ort” kamen Menschen zu den Standplätzen, die von der säkularen Szene bisher nichts gewusst hatten.

Realisierung der Buskampagne

Ein entscheidendes Element in der Realisierung der Buskampagne lag meines Erachtens darin, dass nur eine Minderheit der sieben Initiatoren überhaupt organisiert war. Zwischen den beiden Polen – einerseits Gruppen wie die Brights, die endlos diskutieren und kaum etwas zustande bringen und andererseits dem Humanistischen Verband (HVD), der vielfältig sozial engagiert ist und keine Störung seiner Kreise wünscht und sich dabei, ebenso wie andere Verbände, z.B. der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA), im Zweifelsfall auf Beschlusslagen zurückzieht –, wurde die Kampagne von unabhängigen Privatpersonen vorbereitet und geplant, die primär an dem gemeinsamen Ziel einer Realisierung der Buskampagne interessiert waren. Mögliche und im Ansatz auch auftretende Konflikte wurden weitestgehend pragmatisch geklärt, um dieses Ziel der Realisierung nicht zu gefährden. Es war schlicht kein Platz für Selbstdarsteller und Satzungsfragen, weil viele Dinge einfach getan werden mussten und Diskussionen ergebnisorientiert waren (und auch sein mussten, wollte man voran kommen).
Ein typisches Beispiel ist dafür Philipp Möller, Pressesprecher der Buskampagne, der zum ‘Medien-Gesicht’ der Kampagne wurde und dessen frische, unbeschwerte Art vielfach positiv als eine Art ‘Neuer Atheismus’ wahrgenommen wurde: Jung, fröhlich, schlagfertig und immer auch zu einer ironischen Bemerkung aufgelegt. Nichts von hausbacken, kopflastig verstaubt oder einem Grimmbart.

Mit der manchmal anzutreffenden Mentalität von Funktionären: “Ich habe Recht, weil ich ein demokratisch gewählter Vorsitzender bin!” werden alle derartigen Kampagnen schon zum Beginn scheitern. Das heißt, die im Alltagsgeschäft auch notwendigen Verbandsstrukturen und Mentalitäten werden in einer solchen Kampagnensituation, in der immer wieder kurzfristig, pragmatisch und häufig allein entschieden werden muss, was die anderen dann akzeptieren (müssen), ihre Begrenztheit und Kampagnenunfähigkeit erweisen.

Dieser Weg, mit einer kleinen Zahl von Engagierten die Kampagne bis zu ihrer Realisierbarkeit vorzubereiten und dann die Verbände einzuladen, die Kampagne ideell zu unterstützen, hat sich als der richtige Weg erwiesen. Falls sich Verbände – wie der HVD, der sich der Kampagne verweigert hat –, nicht daran beteiligen wollen, ist das für die erfolgreiche Durchführung der Kampagne selbst kein Hindernis.

Reaktionen “vor Ort”

In Regensburg hatte der rote Doppeldecker kaum gehalten, da rief eine ältere Frau aufgeregt, gegen den Bus zeigend: “Das hat es seit zweitausend Jahren nicht gegeben! Ihr kommt alle in die Hölle! Wer hat denn das erlaubt?” In Dresden war es ein älterer Mann, der zornig auf den Bus zeigte und lautstark meinte: “Das hat es ja noch nicht einmal in der DDR gegeben! Der muss weg ... dieser Dreck!” In Augsburg und Chemnitz hatten sich Singkreise jüngerer Christen aufgestellt, die lauthals und inbrünstig ‘gegen’ den Bus sangen und in Augsburg fingen dann auch noch zu unpassender Zeit die Glocken des Domes an zu läuten. In Münster machte uns ein älterer Mann prompt lautstark für den “Werteverfall” und “Untergang Europas” verantwortlich, in Rostock zeigte ein überraschter Christ aus Thüringen auf den Bus und verkündete: “Voll-idioten! Natürlich gibt es Gott!” Und so weiter.

Es war schon nervig, insbesondere wenn es dann beispielsweise Jüngere waren, die mit höhnischen Bemerkungen, wir seien wohl des Teufels, eine Lage Aufkleber zerrissen und über den Infotisch verstreuten. Ich habe diese Leute dann unter “Pöbel-Christen” subsumiert, es war zudem auch nur die Minderzahl.
Allerdings muss man dabei meines Erachtens grundsätzlich festhalten, dass der Bus – mit dem davor stehenden Infotisch –, wohl vorrangig die mitteilungsfreudigen bzw. die emotional angesprochenen Christen herbeigeholt hat. Zwei Beispiele.

Augsburg. Eine Frau, um die fünfzig, hat mich eine Zeit lang beobachtet und kommt dann an den Infotisch. “Wollen Sie denn keine Erlösung?” “Wovon soll ich denn bitte erlöst werden?” frage ich sie zurück. “Von den Sünden!”, “Ich begehe keine Sünden.” “Ich täglich. Im Geiste, im Wort und im Handeln.” “?” “Ja, und Jesus hat mich schon mehrmals gerettet, als ich aus dem zweiten Stock gefallen bin, als ich ertrunken bin...” “?” “Und Jesus liebt auch Sie!” Das haben mir in der dann folgenden halben Stunde noch mehrere andere, eher ältere Frauen beteuert.
München. Ein Mann wartet neben unserer Blumen-’Haltestelle’ und schaut mich fragend an. Als ich näher an ihn herangehe und ihn frage: “Kann ich etwas für Sie tun?” betrachtet er mich und fragt dann nach einer Weile. “Sind Sie gottlos glücklich?” Ich antworte: “Ja.” Er schaut traurig: “Armer Mann.”

Auf Philipp Möller ging, ich denke es war in Bonn, ein nettes älteres Paar zu und die Frau sprach ihn mit milder Stimme an: “Junger Mann, Sie machen doch einen so freundlichen und höflichen Eindruck. Was ist denn in Ihrer Kindheit, in Ihrer Familie geschehen, dass Sie vom Glauben abgefallen sind?”
Es ist mein Eindruck, dass die Leute, mit denen wir in Kontakt kamen und die sich als Christen bezeichneten, egal ob sie aggressiv oder freundlich waren, die super-freundlichen vielleicht noch am stärksten, von einer derart runden bzw. arglosen Selbstgerechtigkeit waren, die mich doch sehr überrascht hat. Da war keinerlei Facette einer Selbstkritik oder der Ansatz eines Bewusstseins oder einer Toleranz, dass Nicht-Religiöse auch normale Leute sind.

Atheisten vor Ort

Die Gottlosen, die uns begegneten, waren stiller, weniger laut und eher einzeln. Zwei Beispiele.
Eine ältere Dame, sehr feines Haar und elegant gekleidet, bleibt in Münster am Aegidiimarkt stehen. Sie trägt auf der linken Hand eine Schale mit roten Balkonblumen und betrachtet den Schriftzug auf dem Bus. Dann dreht sie den Kopf wieder etwas nach links und liest den Schriftzug noch einmal, als würde sie ihn jetzt erst verstehen. Nun bin ich gespannt, ob etwas passieren wird. Abrupt setzt sie sich in Bewegung, geht auf die offene vordere Tür zu und sagt mit klarer, bestimmter Stimme: “Das wird nun auch einmal Zeit, dass Sie hier in die Stadt kommen, in dieses schwarze Kaff.” Sie dreht sich um und geht.

Ebenfalls in Münster. Die Türen des Busses sind gerade zur Abfahrt geschlossen, als ein Mann, mittleres Alter, kräftige Gestalt, von außen kräftig gegen die Tür klopft und nach dem Öffnen der Türflügel heraussprudelt: “Ich habe gelesen, dass Sie heute in der Stadt sind und nun habe ich Sie hier gerade stehen sehen. Wo gibt es Informationen über Ihre Aktion?” Wir nennen ihm die Internetseite, er tritt einen Schritt zurück, bedankt sich und sagt: “Weiter so! Und gute Fahrt!”

Und immer wieder waren es Männer und Frauen verschiedener Altersstufen, die uns einfach zunickten, lächelten und schlicht sagten: “Gut, das Ihr das macht. Danke.”

Erfolg in den Medien

Nach den Schätzungen einer Fachagentur hat die Buskampagne medial rund 15 bis 20 Millionen Menschen erreicht.
Dieser Erfolg beruhte nicht nur auf der Kampagnenfähigkeit der Aktion und dem Medien-Vorlauf der britischen Kampagne, sondern vorrangig auch darauf, dass die kommunalen Verkehrsbetriebe die weltanschauliche Werbung abgelehnt hatten. Dadurch wurden die Medien aufgescheucht, denn für die meisten Journalisten ist Meinungsfreiheit ein hohes und schützenswertes Prinzip. Das funktioniert sicherlich nicht bei allen Themen, aber es beförderte mehr Sympathien für das Anliegen der Kampagne, als es wohl ohne diese Ablehnungen möglich gewesen wäre. Auch die sich aufgedrängte und lästige Begleitung durch den weißen “Gottkennen.de”-Komfort-Bus war für die Medienberichterstattung von Vorteil, da schon allein dieses Nebeneinander ein Thema war und zur ‘ausgewogenen’ Berichterstattung nur ein kurzen Weg zum anderen Bus anstand.

Das Besondere der Kampagne

Es hat bisher nur sehr wenig Öffentlichkeitsarbeit des säkularen Deutschlands gegeben, bei der wir selber die Akteure in der Offensive waren und Politik und Religiöse die Reagierenden. Das ‘Normale’ war bisher, dass Religiöse/Kirchen oder die Politik die Akteure stellten und die Säkularen reagierend etwas dagegen setzten. Das “Dinomobil” der Religionsfreien Zone war bereits ein erster Schritt in diese Richtung, die sich dann beispielsweise beim “Ferkelbuch” erstmals vollständig darstellte. Es wurde ein Thema platziert, auf das Kirche und Politik massiv reagierten, so dass sich das Thema “Religionskritik” zu einer Diskussion über Meinungsfreiheit erweiterte und mit den Bildern medial wurde.

Etwas Vergleichbares geschah bei der Buskampagne. Der Ansatz der Kampagne, dass Nicht-Religiöse in Deutschland missachtet werden, erfuhr durch die Ablehnung der Werbung durch die kommunalen Verkehrsbetriebe eine unerwartete Bestätigung und Bekräftigung, die sich dann wiederum mit dem Thema Meinungsfreiheit erweiterte und verknüpfte. Die Religiösen gerieten in die Defensive, wofür der “Gottkenner”-Bus mit seinem reagierenden Slogan “Und wenn es ihn doch gibt...” ein Beispiel ist, denn er fuhr tatsächlich hinterher.
Und ein wesentliches Element der Buskampagne war das ‚Anfassbare’, d.h. die Dramaturgie einer Ankunft, der Bus ist konkret da, die Weiterfahrt, diese Mischung aus Virtuellem und Tatsächlichem, die sich deutlich von der häufig bemängelten ‘Kopflastigkeit’ der Säkularen abhob.

Ein vorläufiges Resümee

Die vielen Eindrücke müssen sich sicherlich erst ‘setzen’, aber ich habe den Eindruck, dass die Bevölkerung in Deutschland insgesamt gesehen gegenüber Nicht-Religiösen toleranter ist, als es Politiker, Kirchenvertreter und Theoretiker vermuten lassen. Insofern hat der Ansatz der Buskampagne, die Nichtgläubigen öffentlich zu bestärken, seine Richtigkeit bewiesen.
Andererseits haben viele Beispiele die immer noch vorhandene Intoleranz mancher Christen gezeigt und ich meine, dass es auch in Deutschland mehr “fundamentalistisch” orientierte Christen gibt, als ich es vor der Fahrt angenommen hatte.

 


Artikel aus MIZ 2/09

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